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Rentner übergibt «Polizei» Vermögen«Die Polizei ruft nie mit der Notrufnummer an»

Betrüger gaben sich als Polizisten aus und nahmen einem Zuger viel Geld ab. Erst kürzlich hatte auch eine Urnerin durch diese Masche 100’000 Fr verloren.

von
Gianni Walther
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Rund 170’000 Euro haben Betrüger einem 84-Jährigen im Kanton Zug angeknöpft.

Rund 170’000 Euro haben Betrüger einem 84-Jährigen im Kanton Zug angeknöpft.

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Die Betrüger meldeten sich per Telefon und gaben sich als Polizisten aus.

Die Betrüger meldeten sich per Telefon und gaben sich als Polizisten aus.

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Die Betrüger verschafften sich Zugriff auf den Computer des Opfers und tätigten mehrere Überweisungen auf ein Bankkonto in der Türkei.

Die Betrüger verschafften sich Zugriff auf den Computer des Opfers und tätigten mehrere Überweisungen auf ein Bankkonto in der Türkei.

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Darum gehts

  • Im Kanton Zug geben sich Betrüger als Polizisten aus.

  • Die Betrüger nahmen einem 84-Jährigen rund 170’000 Euro ab.

  • Die Zuger Polizei warnt vor der Betrugsmasche und gibt Tipps.

Im Kanton Zug ist ein 84-jähriger Mann Opfer einer Betrugsmasche geworden: Am 29. Dezember erhielt er einen Anruf von Betrügern, die sich als Polizisten ausgaben, teilten die Zuger Strafverfolgungsbehörden am Dienstag mit.

«Die Betrüger erzählten dem Opfer eine Geschichte, wonach ein Notizbuch mit seinen Bankdaten gefunden worden sei», heisst es in der Mitteilung. Damit der Mann sein Vermögen in Sicherheit bringen könne, forderten die Betrüger Zugriff auf seinen Computer. So sei es den Betrügern gelungen, mehrere Zahlungen auf ein Bankkonto in der Türkei zu überweisen. Insgesamt handelt es sich um einen Betrag von rund 170’000 Euro, so die Polizei.

Betrüger auch in Uri am Werk

Auch am Dienstag seien bei der Zuger Polizei mehrere Meldungen zu falschen Polizisten eingegangen. Alle Anrufenden hätten aber gut reagiert und das Gespräch sofort beendet.

Die Zuger Polizei warnt: «Solche Betrüger lassen sich immer wieder neue Geschichten einfallen, um von Ihren Opfern hohe Geldsummen, Kontoinformationen oder Passwörter zu erhalten. Die Täterschaft geht dabei äusserst geschickt vor.»

Dass sich Betrüger als Polizisten ausgeben, um an Geld zu kommen, kommt immer wieder vor. Erst kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass falsche Polizisten im Kanton Uri von einer Frau 100’000 Franken ergaunert hatten.

Die Zuger Polizei gibt nun Tipps, wie man sich vor solchen Betrügern schützen kann. Etwa diesen: Falls die Nummer «117» auf dem Telefon-Display erscheine, solle man den Anruf nicht entgegen nehmen und die Polizei informieren. Denn: «Die Polizei ruft nie mit der Notrufnummer an.» Weitere Sicherheitstipps der Polizei finden Sie hier:

Polizei gibt Tipps

So kann man sich schützen

Die Zuger Polizei sagt, wie man sich vor den falschen Polizisten schützen kann:

• Seien Sie misstrauisch, wenn ein(e) Polizist/in Sie auffordert, grössere Geldsummen abzuheben und einem Fremden zu übergeben oder irgendwo zu deponieren. Die Polizei verlangt nie grössere Summen; erst recht nicht telefonisch.

• Werden Sie misstrauisch, wenn ein Anrufer Sie zu Zahlungen auffordert oder wenn Sie heikle Daten wie Kontoinformationen oder Passwörter herausgeben sollen. Auch wenn der Anrufer sagt, er brauche diese Informationen zum Abgleich oder zu Ihrer Identifikation.

• Gewähren Sie keinem Fremden einen Fernzugriff auf Ihren Computer. Geben Sie auch keine Zahlen- und oder Buchstabenkombinationen ein, die Ihnen von einem Anrufer angegeben werden.

• Falls die «117» auf Ihrem Display erscheint, nehmen Sie den Anfruf nicht entgegen und informieren Sie die Polizei in Ihrem Kanton. Die Polizei ruft nie mit der Notrufnummer an.

• Bitten Sie bei Unsicherheit darum, dass Sie zurückrufen können. Wählen Sie dann aber nicht die Rückruftaste auf Ihrem Handy, sondern rufen Sie die offizielle Nummer der örtlichen Polizei an. Fragen Sie dort, ob man sie tatsächlich erreichen wollte.

• Telefonbetrüger suchen ihre Opfer im öffentlichen Telefonbuch aus. Sie suchen gezielt nach Personen mit traditionellen Vornamen, da dieser ein Hinweis auf das Alter liefern könnte. Schützen Sie sich, indem Sie nur den ersten Buchstaben Ihres Vornamens vermerken. Ändern Sie Ihren Telefonbucheintrag direkt online.

• Nehmen Sie Wahrnhinweise von Bankangestellten ernst und erlauben Sie diesen bei geringsten Zweifeln, die Polizei zu verständigen.

• Merken Sie sich Namen und Telefonnummern der anrufenden Person und melden Sie diese der Polizei.

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