Aktualisiert 30.05.2020 13:44

Oberster Polizist

«Die Polizei zählt jetzt nicht überall Menschen und verteilt Bussen»

Ab heute sind Versammlungen von 30 Personen wieder erlaubt. Das stellt die Polizei vor eine neue Situation - und neue Probleme.

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Die Lockerung der Fünf-Personen-Regel stellt die Polizei vor eine schwierige Aufgabe. Es sei Fingerspitzengefühl gefragt, sagt Stefan Blättler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten.

Die Lockerung der Fünf-Personen-Regel stellt die Polizei vor eine schwierige Aufgabe. Es sei Fingerspitzengefühl gefragt, sagt Stefan Blättler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten.

KEYSTONE
Menschenaufläufe wie sie Mitte Mai in der Steinenvorstadt in Basel zu sehen waren, sollen dank der Polizeistunde um Mitternacht verhindert werden.

Menschenaufläufe wie sie Mitte Mai in der Steinenvorstadt in Basel zu sehen waren, sollen dank der Polizeistunde um Mitternacht verhindert werden.

Leser-Reporter
 «Wir werden aber sicher nicht systematisch Punkt Mitternacht alle Beizen kontrollieren», sagt Blättler.

«Wir werden aber sicher nicht systematisch Punkt Mitternacht alle Beizen kontrollieren», sagt Blättler.

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Darum gehts

  • Ab heute sind Versammlungen von 30 Personen erlaubt.
  • Der oberste Polizist sagt, die Polizei werde mit «Fingerspitzengefühl» vorgehen.
  • Die Polizisten würden nicht «überall Menschen zählen und Bussen verteilen».
  • Bei den Beizen würde die Sperrstunde um Mitternacht nicht systematisch kontrolliert.

30 Personen dürfen sich ab heute wieder versammeln. Sind es mehr, kann die Polizei Bussen aussprechen. Zumindest theoretisch, denn in der Realität ist das schwer umzusetzen. «Sicher wird die Polizei jetzt nicht im öffentlichen Raum überall Menschen zählen und Bussen verteilen. Das wäre unverhältnismässig», sagt der oberste Schweizer Polizist und Berner Polizeikommandant, Stefan Blättler, gegenüber dem «Bund».

Versammelten sich zu viele Personen, würde die Polizei auch weiterhin zuerst das Gespräch suchen. «Wie der Bundesrat appelliert auch die Polizei grundsätzlich und zuerst an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger», sagt Blättler. Die Maxime sei und bleibe die Gesundheit der Bevölkerung.

«Werden nicht um Punkt Mitternacht Beizen kontrollieren»

Auch was die eingeführte Polizeistunde um Mitternacht angeht, müsse mit «Fingerspitzengefühl» vorgegangen werden, so Blättler: «Die Polizisten müssen jede Situation einzeln abwägen.» Klar ist für den Kommandanten: «Wir werden aber sicher nicht systematisch Punkt Mitternacht alle Beizen kontrollieren.»

Wie Blättler im Falle einer unbewilligten Grossversammlung von über 300 Personen vorgehen würde, lässt er sich nicht entlocken: «Falls diese Situation eintrifft, wird man vor Ort und unter Anwendung des gesunden Menschenverstandes vorgehen», bleibt der Kommandant vaage.

Oberster Polizist möchte immer so präsent sein

Dass die Polizei aufgrund der Corona-Massnahmen vermehrt im öffentlichen Raum präsent war, freut Blättler. Von einer unangenehmen Überwachung will er nichts wissen und gibt stattdessen an, er habe viele positive Rückmeldungen erhalten: «Ginge es nach mir, könnte die Polizei immer so präsent sein.»

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77 Kommentare
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Andi

31.05.2020, 06:34

Liebe Leute, einfach ausführen das momentan eingehalten werden sollte, dann müsst ihr nichts befürchten. Damit kann man nämlich gar nicht schlecht leben. Schöne Pfingsten allerseits.

Mecki

31.05.2020, 06:10

Niki: die Polizei kann bis 30 zählen, aber viele Bewohner scheinbar nicht, stehen immer ein wenig auf Kriegsfuss mit den Zahlen, auch bei der Geschwindigkeit

Zählmeister

31.05.2020, 05:32

@Nili, unmöglich, wer kann heute noch bis 30 zählen? Vielleicht Trump?