Aktualisiert 06.02.2020 07:18

Allergiker leiden«Die Pollenbelastung nimmt nun deutlich zu»

Viele Allergiker leiden bereits wegen der Pollen. Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Die Zahl der Betroffenen steigt an.

von
ehs
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Die Pollenbelastung ist zurzeit hoch und wird es in den nächsten Tagen bleiben, weil die Temperaturen vergleichsweise hoch sind. Im Lauf der Saison können einige Pflanzen Probleme bereiten.

Die Pollenbelastung ist zurzeit hoch und wird es in den nächsten Tagen bleiben, weil die Temperaturen vergleichsweise hoch sind. Im Lauf der Saison können einige Pflanzen Probleme bereiten.

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Bei der Erle ist mittlerer und starker Pollenflug zwischen Anfang Februar und Ende März üblich.

Bei der Erle ist mittlerer und starker Pollenflug zwischen Anfang Februar und Ende März üblich.

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Ähnlich sieht es bei der Hasel aus. Mässige und starke Pollenbelastung ist dort zwischen Ende Januar und Mitte März zu erwarten.

Ähnlich sieht es bei der Hasel aus. Mässige und starke Pollenbelastung ist dort zwischen Ende Januar und Mitte März zu erwarten.

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Bei vielen läuft wieder die Nase: Die Pollenbelastung an vielen Orten der Schweiz ist derzeit hoch. Die Hasel und die Erle treiben aus und sorgen schon Anfang Februar für gerötete Augen. Besserung ist für Allergiker nicht in Sicht: Andreas Pauling von Meteo Schweiz sagt, bis Anfang Woche seien die Belastungen wegen der hohen Temperaturen hoch gewesen. Mit der gestrigen Kaltfront seien sie zwar zurückgegangen, aber: «In den nächsten Tagen werden die Hasel- und Erlenpollenbelastungen deutlich zunehmen und insbesondere wegen der Hasel fallen die Belastungen stark aus.»

Die Belastung mit Haselpollen sei sehr wetterabhängig, sagt Pauling. Eine Prognose für die weitere Saison sei noch nicht möglich. Wenn Pflanzen früh blühten, dauere die Saison normalerweise etwas weniger lang. Folgen allerdings noch längere Kälteperioden, so können auch spät noch hohe Belastungen erreicht werden, wie Pauling weiter sagt.

Wind verschlimmert Situation

Sereina de Zordo vom Aha! Allergiezentrum Schweiz sagt, es sei normal, dass Hasel und Erle zurzeit blühten. Die Hasel sei dieses Jahr wegen des milden Dezembers aber sehr früh dran gewesen, nämlich schon Mitte Januar. «Viele empfinden die momentane Situation gerade wegen des teils starken Winds als besonders belastend. Dieser bläst Pollen in Nase und Augen», so de Zordo.

Die Pollenbelastung sei derzeit überall stark, ausser in den Höhen. Wo die Belastung am stärksten ist, könne nicht gesagt werden: Auf dem Land gebe es zwar mehr Pflanzen, die Pollen würden aber mit dem Wind überallhin getragen. In den Städten kämen Luftschadstoffe hinzu, die wie ein Verstärker wirkten.

«Viel mehr haben Heuschnupfen»

Immer mehr Leute litten unter den Pollen, sagt de Zordo. «Wenn man die Daten der letzten 100 Jahre ansieht, wird deutlich, dass heute viel mehr Leute Heuschnupfen haben.» Das habe verschiedene Gründe, etwa die Veränderungen im Lebensstil. «Wir leben sehr sauber und rein. Unser Immunsystem hat verlernt, was gefährlich ist, und greift harmlose Stoffe an.»

Wer häufig draussen sei und schon in jungem Alter Kontakt mit verschiedenen Stoffen und Tieren gehabt habe, entwickle weniger häufig eine Allergie. Dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, weniger häufig an Allergien leiden, sei kein Mythos. «Darüber hinaus hilft es, körperlich aktiv zu sein und sich gesund zu ernähren», sagt de Zordo.

Mittlerweile sei ein Fünftel der Bevölkerung allergisch auf Pollen. «Leider machen noch zu wenig Betroffene eine Desensibilisierung», sagt die Allergieexpertin. Dabei wird mithilfe von Medikamenten, die entweder per Spritze, in Tabletten- oder Tropfenform zu sich genommen werden, eine Toleranz gegenüber Pollen aufgebaut. Eine solche Therapie dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. «Für viele ist das eine Hürde», sagt de Zordo. «Langfristig lohnt sich das aber.»

In der Bildstrecke erfahren Sie, wann welche Pflanzen austreiben.

Das können Sie gegen die Pollen tun

Laut Seraina De Zordo vom Allergiezentrum Schweiz (Aha!) können Allergiker mit folgenden Tipps die Beschwerden minimieren:

- Kontakt zu Pollen meiden und Sonnenbrille tragen

- Nur kurz stosslüften

- Augen und Nase regelmässig spülen

- Abends Haare waschen

- Kleider nicht im Schlafzimmer ausziehen

- Symptome mit Medikamenten behandeln

- Pollenflug verfolgen - etwa mit der App Pollen-News

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