Nach Basler Fasnacht – Positive Tests am Laufmeter – «auch für uns eine neue Dimension»

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Nach Basler FasnachtPositive Tests am Laufmeter – «auch für uns eine neue Dimension»

Positive Tests am Laufmeter: In Basel hat die Zahl der Corona-Fälle nach der Fasnacht einen neuen Höchststand erreicht. Die vielen Infektionen führen jetzt auch zu Ausfällen von medizinischem Personal im Spital.

von
Vanessa Travasci
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Menschen testen sich so viel wie noch nie. 

Menschen testen sich so viel wie noch nie. 

20min/Vanessa Travasci
Auch das Unispital Basel teilt Rekordzahlen seit Beginn der Pandemie mit.

Auch das Unispital Basel teilt Rekordzahlen seit Beginn der Pandemie mit.

20 Minuten/News-Scout
Die Basler Fasnacht wird mit als Grund für den Anstieg der positiv getesteten Menschen genannt.

Die Basler Fasnacht wird mit als Grund für den Anstieg der positiv getesteten Menschen genannt.

20min/Vanessa Travasci

Darum gehts

  • Nach der Fasnacht ist in Basel die Zahl der neuen Corona-Infektionen massiv angestiegen.

  • Testzentren berichten von Rekordwerten, auch die Testpositivität sei so hoch wie noch nie.

  • Wie rasch die Welle abebbt, ist unklar. Wetter und Verhalten der Leute seien mitentscheidend.

Seit dieser Woche steigt die Zahl der positiv getesteten Menschen markant an. Am Mittwoch meldete das Gesundheitsdepartement gar den höchsten Wert an Neuansteckungen innert eines Tages seit Pandemiebeginn. Auch die Basler Walk-in-Praxis Medix-toujours, die ein Testzentrum betreibt, hat am Mittwoch Rekordzahlen geschrieben. Innert 25 Minuten waren 17 PCR-Tests am Stück positiv. «Das ist auch für uns eine neue Dimension», schreibt die Permanence auf Twitter.

Screenshot: Twitter

«Bezüglich Testmenge sind wir auf einem Peak wie zuletzt an Weihnachten, nur die Positivitätsrate ist doppelt so hoch», so Axel Rowedder, der medizinische Leiter von Medix, auf Anfrage. Von 280 getesteten Menschen seien am Mittwoch 183 positiv gewesen. Das sind rund 65 Prozent. Dabei müsse jedoch bedacht werden, dass die Klinik vor allem junges, städtisches Klientel habe. Diese hätten oft schon einen positiven Schnelltest, den sie mittels PCR bestätigt haben möchten, betont Rowedder.

«Wir hatten am Montag den absoluten Rekord seit der Pandemie»

Nicolas Drechsler, Mediensprecher des Universitätsspitals Basel

Eine ähnlich hohe Positivitätsrate weist auch das Universitätsspital Basel aus. «Wir hatten am Montag den absoluten Rekord seit der Pandemie. Von über 900 Personen wurden 525 positiv getestet», sagt Mediensprecher Nicolas Drechsler auf Anfrage. Dies verursache auch Ausfälle beim Personal. «Aktuell haben wir einen angespannten Normalbetrieb. Man kann es stemmen, aber bei steigender Zahl wird es schwieriger. Auch dauert die Pandemie nun schon seit über zwei Jahren. Das medizinische Personal hat nicht mehr die gleiche Energie, diese Ausfälle zu tragen», fährt Drechsler fort.

«Wie sich die aktuelle Lage entwickeln wird, ist schwierig einzuschätzen»

Anne Tschudin, Mediensprecherin des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt

Was diese Zahlen verursacht, hat verschiedene Faktoren. «Die aufgehobenen Massnahmen, die hoch-ansteckende Omikron-BA.2-Variante wie auch die kürzlich stattgefundene Fasnacht spielen eine Rolle», erklärt Anne Tschudin vom Gesundheitsdepartement. «Wie sich die aktuelle Lage entwickeln wird, ist schwierig einzuschätzen. Das Wetter und das Verhalten der Leute können mitentscheidend sein. Wichtig zu beobachten sind die Hospitalisationszahlen und die Zahl der intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten», betont Tschudin weiter.

Im Universitätsspital Basel gibt man diesbezüglich Entwarnung. «Auf der Intensivstation ist es aktuell besser», sagt Drechsler. Der vorläufige Peak der Neuansteckungen war am Mittwoch erreicht. Am Donnerstag wurden noch 1139 neue Infektionen gemeldet, der bislang tiefste Wert seit Montag. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Corona-Zeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.chRatgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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