«Volksnah und persönlich»: Die Post heisst neu Andreas
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«Volksnah und persönlich»Die Post heisst neu Andreas

Die Zürcher Sihlpost trägt den Namen ihres Filialleiters, um Kunden persönlicher anzusprechen. Bald folgen weitere Poststellen.

von
Mira Weingartner
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Wer die Poststelle Sihlpost Zürich aufsucht, wirft derzeit wohl noch einen zweiten Blick auf den Schriftzug. Anstelle des herkömmlichen Post-Logos wurde dort der Schriftzug Andreas angebracht.

Wer die Poststelle Sihlpost Zürich aufsucht, wirft derzeit wohl noch einen zweiten Blick auf den Schriftzug. Anstelle des herkömmlichen Post-Logos wurde dort der Schriftzug Andreas angebracht.

M.Weingartner
Mit personalisierten Poststellen startet das Unternehmen erneut eine Offensive, um Kunden persönlich anzusprechen.

Mit personalisierten Poststellen startet das Unternehmen erneut eine Offensive, um Kunden persönlich anzusprechen.

Die neue Beschriftung ist ein Teil der aktuellen Privatkundenkampagne «Näher am Leben». Diese soll die Nähe zwischen Kunden und Post bildlich darstellen.

Die neue Beschriftung ist ein Teil der aktuellen Privatkundenkampagne «Näher am Leben». Diese soll die Nähe zwischen Kunden und Post bildlich darstellen.

An Stelle des «Die Post»-Logos prangt bei der Zürcher Sihlpost neu in gelben Lettern der Name «Andreas» oberhalb der Eingangstür. Wurde der Schweizer Grosskonzern nun umgetauft? Natürlich nicht! Hinter dem personalisierten Logo steckt eine Marketing-Offensive der Post. «Die neuen Schriftzüge sind eine Werbeidee, damit die Bevölkerung unser Unternehmen als volksnah und persönlich wahrnimmt», klärt das dortige Personal verwirrte Kunden auf. So trage die Poststelle Sihlpost neu den Vornamen ihres Filialleiters.

Oliver Flüeler, Mediensprecher der Post, bestätigt die Offensive und sagt: «Die neue Beschriftung ist ein Teil unserer aktuellen Privatkundenkampagne ‹Näher am Leben›.» Mit diversen Aktionen – sowohl on- als auch offline – werde die Nähe zwischen Kunden und Post illustriert. «So tragen 19 Poststellen, Agenturen und zwei Paketautomaten in der Schweiz neu den Namen eines Kunden oder eines Mitarbeiters.» Die Kampagne soll laut Flüeler auch zeigen, dass die Post längst nicht mehr nur ein Gebäude mit gelber Anschrift und vergitterten Fenstern sei.

«Billige Effekthascherei» oder «der Zeit angepasst»?

Kommt die Botschaft dieser Kampagne aber auch bei der Zielgruppe an? «Nein», findet Werbefachmann Hermann Strittmatter. «So simpel kann man Volksnähe dann doch nicht symbolisieren.» Letzlich sei die Kampagne eine «anbiedernde Effekthascherei», die doch keiner wirklich verstehe. Es ist laut dem bekannten Kritiker allgemein ein grosses Problem der heutigen Werber, dass die jeweiligen Botschaften – «gerade auch durch schwammige Teaser-Kampagnen» – nicht wirklich verstanden würden.

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