Die Post wird immer mehr eine Bank
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Die Post wird immer mehr eine Bank

Der Finanzbereich der Schweizerischen Post, die PostFinance, hat im vergangenen Jahr einen Neugeldzufluss von 5,1 Milliarden Franken verzeichnet.

Der Bestand an Kundengeldern beläuft sich damit auf fast 33 Milliarden Franken. Bereits wurden 1.500 private Hypothekarkredite für 440 Millionen Franken platziert.

In einem wirtschaftlich schwierigen Jahr habe PostFinance über 5,1 Milliarden Franken Neugeldzufluss verzeichnen können, hiesst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Im Vorjahr waren es noch gut 4,2 Milliarden Franken gewesen. Die Neugelder seien vor allem in die Depositokonti, die Sparkonti, geflossen. Verantwortlich dafür seien die im Vergleich zur Konkurrenz attraktiven Angebote gewesen. Der Gesamtbestand an Kundengeldern belief sich auf knapp 32,8 Milliarden Franken gegenüber 26,7 Milliarden Franken im Vorjahr. Die Zahl der Kundenkonti erhöhte sich von 2,57 auf 2,74 Millionen.

Erfolgreich war der Einstieg von PostFinance ins Kreditgeschäft. Von Mai bis Ende Jahr wurden bereits 1.500 private Hypothekarkredite mit einem Volumen von 440 Millionen Franken platziert, wie es heisst. Gleichzeitig mit den Hypotheken sei das Gelbe Vorsorgekonto 3a lanciert worden, das die indirekte Amortisation der Hypotheken ermögliche. Seit November offeriere PostFinance auch Kredite für Kantone und Gemeinden mit Kreditlimiten von 100.000 Franken bis zehn Millionen Franken. Ab Juni 2004 will PostFinance zudem Kreditprodukte für die Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) anbieten.

PostFinance will laut eigenen Angaben die Nummer Eins im Zahlungsverkehr bleiben und sich gleichzeitig zu einer bedeutenden Retail-Finanzdienstleisterin entwickeln. 60 Prozent der Zahlungen in der Schweiz würden heute über einen «Gelben Kanal» beglichen. Knapp eine halbe Million Kunden bezahlten ihre Rechnungen elektronisch mit dem Online-Banking-Angebot yellownet. Bei der Verarbeitung von Bankgeschäften für Dritte geht PostFinance neue Wege und übernimmt Mitte 2005 die Verarbeitung des beleggebundenen Zahlungsverkehrs der Grossbank UBS. Diese Zusammenarbeit bedeute einen Vertrauensbeweis von einem weltweit führenden Finanzinstitut.

PostFinance hat im Gegensatz zum Trend in der Finanzbranche in den vergangenen vier Jahren rund 500 neue Stellen geschaffen. Im vergangenen Jahr waren es 147 neue Stellen. Der Personalbestand belief sich damit im Jahresdurchschnitt auf 2.148. (dapd)

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