Aufschlag: Die Post wird teurer
Aktualisiert

AufschlagDie Post wird teurer

Ein «Abschiedsgeschenk» vom abtretenden Postchef Ulrich Gygi: Das Verschicken von leichten Paketen und von Briefen ins Ausland wird teurer. Die Preise für Inlandbriefe bleiben aber konstant.

Die Post werde bei den internationalen Briefen und bei den Paketen bald mit neuen Preisvorschlägen kommen, erklärte der Ende März als Postchef abtretende Gygi. Bei den Paketen würden die schweren billiger und die leichten teurer. «Bei Letzteren haben wir Nachholbedarf», fügte er hinzu. Die Preisanpassung begründete er mit Kostenerhöhungen aus der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe LSVA, gestiegenen Treibstoffpreisen und mit diversen Lohnrunden.

Inlandbriefe werden dagegen nicht teurer. In diesem Jahr werde es bei den Inlandbriefen trotz der Mehrwertsteuer keine Preiserhöhung geben, sagte Gygi. Theoretisch bestehe der Zwang, ab dem kommenden 1. Juli die Mehrwertsteuer auf allen Briefen über 50 Gramm zu verrechnen. Der Verwaltungsrat habe zwar noch nicht entschieden, doch überlege sich die Post, alle Briefe freiwillig vollständig der Mehrwertsteuer zu unterstellen. Im Moment wäre es laut Gygi aber nicht opportun, die Mehrwertsteuer auf die Kunden zu überwälzen. «Wir können uns vorstellen, die Mehrwertsteuer selbst zu übernehmen. Das würde uns für A- und B-Post rund 100 Millionen Franken kosten, es hätte allerdings administrative Vorteile», sagte Gygi, der auf Anfang 2009 zum neuen SBB-Verwaltungsratspräsidenten ernannt worden ist.

Im Geschäftsjahr 2008 hat die Post wiederum einen Gewinn erzielt, der den Rekord von 909 Millionen Franken im Vorjahr offenbar aber nicht übertreffen wird. Die Post habe auch letztes Jahr gut abgeschlossen, könne aber nicht jedes Jahr einen neuen Rekord aufstellen. «Jedoch können wir uns auf jeden Fall freuen über einen guten Gewinn», erklärte der Postchef. Er hoffe nun, der Bund lasse die Post ihr Eigenkapital auf das branchenübliche Niveau aufstocken. Zudem brauche die Post auch Mittel, um die Lücke in der Pensionskasse selber zu schliessen. Der Deckungsgrad lag laut Gygi per Ende Jahr bei etwas unter 90 Prozent. Der Stiftungsrat müsse jetzt Sanierungsmassnahmen ergreifen.

(dapd)

Deine Meinung