Cassis-de-Dijon-Prinzip: Die Preise dürften bald sinken

Aktualisiert

Cassis-de-Dijon-PrinzipDie Preise dürften bald sinken

Produkte, die in der EU zugelassen sind, dürfen bald auch in der Schweiz vermarktet werden. Einiges dürfte billiger werden.

von
Sandro Spaeth

Der Nationalrat hat der «Hochpreisinsel Schweiz den Kampf angesagt» und der Übernahme des Cassis-de-Dijon-Prinzips zugestimmt. «Das führt zu einem verstärkten Importwettbewerb und wird sich positiv auf die Preise auswirken», sagt ­Martin Schläpfer von der IG Detailhandel. Vom Cassis-de-Dijon-Prinzip sind laut Schläpfer hauptsächlich Waschmittel, Kosmetika und gewisse verarbeitete Produkte wie Teigwaren betroffen.

Jürg Maurer, stellvertretender Leiter Migros Wirtschaftspolitik, nennt Beispiele mit konkreten Auswirkungen: «Eierteigwaren können in der Schweiz künftig pro Kilo nur noch 100 statt 135 Gramm an Eiern enthalten» und in einem Sirup könne der Fruchtanteil nur noch 10 und nicht mehr 30 Prozent betragen.

Änderungen gibts auch bei Tiefkühlpizzas: «Muss eine Pizza Prosciutto heute mit echtem Schweineschinken belegt sein, sind künftig auch Schweinfleischerzeugnisse erlaubt.» Für Mauer ist klar: «Die Hersteller können damit billiger produzieren.»

Für ein Ende der Schweiz als Hochpreisinsel reicht das Cassis-de-Dijon-Prinzip aber nicht. Schläpfer: «Es braucht neue Abkommen mit der EU im Bereich der Agrarprodukte.»

Schweiz spart 2 Mia Franken

Das Cassis-de-Dijon-Prinzip sieht vor, dass in der Schweiz Produkte verkauft werden dürfen, die nach Vorschriften eines EU-Staates hergestellt und zugelassen wurden. Durch das Wegfallen der eigenen ­Zulassungskriterien soll die Schweiz 2 Milliarden Franken einsparen. Das Cassis-de-Dijon-Prinzip geht auf einen Entscheid des Europäischen Gerichtshofes von 1979 über die Vermarktung des gleichnamigen französischen Likörs in Deutschland

zurück.

Deine Meinung