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Ferien-Frust«Die Putzfrauen im Hotel liessen alles mitgehen»

Die Sommerferien sollten der Erholung dienen. Für einige werden die Traumferien aber zum Frust-Erlebnis. Leser plaudern aus dem Nähkästchen.

von
20M
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Verwüstetes Zimmer, nachdem es von Einbrechern heimgesucht wurde: Dies passierte Schweizern 2014 auf Mallorca.

Verwüstetes Zimmer, nachdem es von Einbrechern heimgesucht wurde: Dies passierte Schweizern 2014 auf Mallorca.

Auch Leserin M. M* (50) aus dem Kanton Freiburg hat schlechte Erfahrungen in den Ferien gemacht. Ihr Hotel im kroatischen Sibenik sei zwar schön gewesen, die Aussicht aber weniger.

Auch Leserin M. M* (50) aus dem Kanton Freiburg hat schlechte Erfahrungen in den Ferien gemacht. Ihr Hotel im kroatischen Sibenik sei zwar schön gewesen, die Aussicht aber weniger.

zvg
«Unser Zimmer hatte nur ein Fenster», sagt M.

«Unser Zimmer hatte nur ein Fenster», sagt M.

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Sommerzeit ist Ferienzeit: Schweizerinnen und Schweizer fliegen in die Ferne, um zu entspannen und neue Kräfte zu tanken. Aktuelle und vergangene Fälle zeigen aber, dass aus den Traumferien schnell ein Horrorerlebnis werden kann. 20 Minuten hat sich mit Lesern unterhalten, die im Urlaub aus verschiedenen Gründen leiden mussten.

Leserin C. F.* verbrachte diesen Sommer mit zwei Freunden in Barcelona. Als sie am frühen Morgen gegen 4 Uhr aus einem Club gekommen seien, seien zwei Männer links und rechts von ihr aufgetaucht, berichtet sie. «Einer zog an meiner Tasche, aber ich hielt sie, so fest ich konnte», erzählt sie. Plötzlich sei sie am Boden gelegen – ihre Tasche noch in der Hand. «Die Diebe starrten uns ganz verdattert an», sagt F. «Wir nutzten die Gelegenheit und rannten.»

Diebe nehmen Gäste aus

Diebe schlugen auch bei Leserin J. S.* aus Rheinfelden und ihrer Familie zu, als sie ihre Ferien in Paris verbrachten. Als sie nach einem langen Tag ins Hotel zurückkamen, folgte der Schock: «Die Kleider lagen am Boden, mein Haarglätter, der Nagellack und das Parfüm waren benutzt worden und das Handy meines Bruders war gestohlen.» Später hat die Familie erfahren, dass die Putzfrauen im Hotel alles mitgehen liessen.

Bei Leserin I. K.* aus Luzern ist das Erlebnis zwar schon neun Jahre her, trotzdem findet sie es unfair, wie sie und ihre Familie auf den Malediven behandelt wurden. «Mein Lebenspartner, meine Tochter und ich und hatten zwei Bungalows bestellt und 15'000 Franken bezahlt», erzählt sie. «Die Stellvertreterin des Reiseveranstalters hat uns nur belächelt und gemeint, wir sollen doch einfach die Insel geniessen. Die Bungalows seien grosszügig und hätten genügend Platz für drei Personen.» Das Fazit: Die dritte Person habe zwei Wochen lang auf einem Klappbett geschlafen. K.: «Zu Hause nahmen wir das Gespräch mit Kuoni wieder auf und wir erhielten einen läppischen Gutschein von 200 Franken.»

Probleme mit der Unterkunft

Ähnliches widerfuhr Leser J. K.*, der seine Sommerferien mit seiner Freundin in einem bestimmten Strandhotel in Kreta verbringen wollte. Dort angekommen, merkten sie, dass die Reiseagentur ihnen ein gleichnamiges Hotel an einem ganz anderen Ort gebucht hatte. «Nach dieser Überraschung durfte ich Stunden am Telefon in Warteschlaufen verbringen, um eine Umbuchung vorzunehmen, die wir letzten Endes aber trotzdem nicht bekamen», beschreibt er die Situation. «Geniessen konnten wir die Ferien dann schon noch, aber die ersten Tage waren Stress pur!»

Auch Leserin M. M.* aus dem Kanton Freiburg hatte Schwierigkeiten mit ihrer Unterkunft: «Mit einer Freundin und meinen beiden Kinder reiste ich diesen Juli nach Kroatien», sagt sie. Die ersten fünf Tage verbrachte sie in einem Hotel in Sibenik. Das Hotel sei zwar schön gewesen, die Aussicht aber weniger. «Unser Zimmer hatte nur ein Fenster und wir konnten lediglich die Wand gegenüber anstarren», sagt sie. Für die letzten zwei Tage habe sie dann eine schöne Wohnung gemietet. Weil das Objekt aber überfüllt war, gab man ihnen zwei Zimmer in einem anderen Objekt. «Diese waren in einem grässlichen 50er-Jahre-Look eingerichtet», so M.

Schwierigkeiten beim Fliegen

Als Nach-den-Ferien-Frust bezeichnet Leser F. S.*aus Basel sein Erlebnis: Diesen Februar wollte er nach Brasilien in die Ferien. «Erst in Basel am Gate erfuhr ich, dass mein erster Flug nach Frankfurt gecancelt wurde», sagt er. «Nach einer Warte- und Telefon-Odyssee habe ich es geschafft, doch noch am selben Tag über München nach São Paulo zu fliegen.» Den Anschlussflug nach Porto Alegre, den er bei einer brasilianischen Airline gebucht hatte, konnte er durch die Verspätung aber trotzdem nicht mehr erreichen. S.*: «Nun warte ich seit sechs Monaten auf die 300 Franken Rückzahlung von der Lufthansa, die mir versprochen wurden.»

Leser K. S.* bezeichnet sein Erlebnis als Missverständnis des Reiseveranstalters in Gran Canaria: «Wir wollten am Vorabend der Abreise an der Rezeption eigentlich nur nachfragen, wo unser Car warten wird, der uns dann zum Flughafen bringen sollte.» Als der Rezeptionist dann in die Unterlagen geschaut habe, habe er bemerkt, dass er die Flugnummer an diesem Tag schon gesehen hatte. S.: «Unser Flugzeug war in diesem Moment etwa gerade über unserem Hotel. Aber wir durften noch eine Nacht bleiben.»

Leidende Tiere und Musik

Leserin M. S.* war schockiert, wie Tiere auf Samos behandelt werden: «Ich sah unzählige leidende Tiere, die nicht einmal beachtet wurden», sagt sie. «Viele Hotelgäste beklagten sich und Kinder weinten, wenn vor ihren Augen Kätzchen sterben mussten.»

Ein 20-Minuten-Leser verbrachte seine Ferien in Kosovo, wo er gemäss eigenen Angaben einen Monat lang durch «die Musik eines Nachbarn terrorisiert» wurde. «Die Musik kam immer aus demselben Haus und nicht nur wir, alle im Umkreis von 300 Metern fühlten sich gestört», schreibt er. «Und keiner reklamierte. Eigentlich unfassbar.»

*Namen der Redaktion bekannt.

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