Daniel Jositsch möchte als Nachfolger von Simonetta Sommaruga in den Bundesrat – das denkt die Community

Aktualisiert

Sommaruga-Nachfolge «Mir ist es völlig Wurst, ob ein Mann oder eine Frau den Posten kriegt»

SP-Ständerat Daniel Jositsch überlegt sich, Bundesrat zu werden – und nervt sich über die parteiinterne Frauenquote. Zahlreiche Mitglieder der Community stehen hinter ihm.

von
Gabriela Graber
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Daniel Jositsch liebäugelt mit einer Kandidatur für den SP-Bundesratssitz. 

Daniel Jositsch liebäugelt mit einer Kandidatur für den SP-Bundesratssitz. 

Tamedia/Adrian Moser
Mit einer Kandidatur würde er seiner eigenen Partei zuwiderhandeln, die ein ausschliesslich weibliches Bundesratsticket präsentieren will. 

Mit einer Kandidatur würde er seiner eigenen Partei zuwiderhandeln, die ein ausschliesslich weibliches Bundesratsticket präsentieren will. 

Tamedia/Reto Oeschger
Im Gespräch für eine mögliche Bundesrats-Kandidatur stehen derzeit die Basler Ständerätin Eva Herzog,­ …

Im Gespräch für eine mögliche Bundesrats-Kandidatur stehen derzeit die Basler Ständerätin Eva Herzog,­ …

Tamedia AG

Darum gehts 

Für die Bundesratsnachfolge von Simonetta Sommaruga setzt die SP-Spitze auf Frauen – zum Ärger von SP-Ständerat Daniel Jositsch, der selbst mit dem Amt liebäugelt. In einem Interview mit «RTS» sagte der Zürcher: «Ich habe kein Problem damit, zu verlieren. Aber wegen meines Geschlechts nicht kandidieren zu dürfen, finde ich ein bisschen diskriminierend.» 

Breite Rückendeckung erhält der Rechtswissenschaftler dabei von den Bürgerlichen. Der Zürcher SVP-Nationalrat Benjamin Fischer findet das Frauenticket etwa «lächerlich und absurd». «Das diskriminiert alle Männer und lenkt von den eigentlichen Fähigkeiten einer Person ab», sagt Fischer. Weitere Politikerinnen und Politiker von Mitte bis Rechts wie auch aus SP-eigenen Rängen schliessen sich dieser Meinung an. 

Erfahrung und politische Laufbahn wichtiger als die Quote

In der Kommentarspalte ist eine hitzige Diskussion zum Thema entfacht. Viele Leserinnen und Leser geben an, die Ansicht des Ständerats und der Bürgerlichen zu teilen – und fordern die SP auf, Kandidatinnen und Kandidaten unabhängig von der Quote zu stellen.  

«Es ist das Gleiche wie in einem Unternehmen: Die qualifizierteste Person sollte den Job erhalten. Quotendenken ist einfach nur falsch», kommentiert die Userin aarauerin. Das sieht User Tollkirsche gleich: «Mir ist es völlig Wurst, ob ein Mann oder eine Frau den Posten kriegt. Aber kompetent und für den Job geeignet muss die Person sein.» Den Fokus auf Quoten zu legen, sei nicht richtig angesichts der aktuellen Situation, ergänzt er. User Edthecat schreibt, er fände die «Erfahrung und politische Laufbahn» wichtiger als die Quote. «Ich hoffe, dass nicht deshalb einfach eine Frau gewählt wird.»

Gleich dem Zürcher Ständerat glauben viele Mitglieder der Community, dass die SP mit dem Frauenticket die Männer ihrer Partei diskriminiere. «Wo bleibt hier die bunte Vielfalt?», fragt MikeMilten. User Weitsichtler findet: «Es kann einfach nicht sein, dass die SP Gleichberechtigung predigt, auf diese aber selber keinen Wert legt.» Diverse Userinnen und User weisen darauf hin, dass sich die SP in eine Richtung entwickle, die ihnen nicht zusage. «Ich unterstütze grundsätzlich soziale Politik. Aber mehr und mehr kommen mir SP-Zwängereien innerhalb der Partei wie eine Diktatur vor», findet Thomas34. Und Fred2 schreibt sogar: «Die SP manövriert sich selber ins Abseits.»

 «Wer sich über die Unterstützung der SVP freut, ist bei SP in der falschen Partei»

Zahlreiche Leserinnen und Leser behaupten, dass sie den SP-Ständerat wählen würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. «Daniel Jositsch for Bundesrat!» und «Jositsch in den Bundesrat», schreiben Pancho07 und Kenyaboy. «Meine Stimme als SVP-Wähler würde Jositsch bekommen!», so hugo1789. 

Dem entgegengesetzt geben mehrere Mitglieder der Community an, den Schritt des SP-Ständerats bedenklich zu finden. User Ismet schreibt zudem: «Wenn man sich über die Unterstützung der SVP freut, ist man bei der SP definitiv in der falschen Partei. Wir brauchen eine Bundesrätin, die die SP-Position vertritt.» 

 «Herr Jositsch hat vergessen, dass die SP immer einen Mann und eine Frau im Bundesrat hat», wirft User Bebbyvoglaihünige ein. Sobald Alain Berset zurücktreten werde, könne Jositsch kandidieren. «Warum also die Zwängerei? Daniel Jositsch macht seiner Partei jetzt keinen Gefallen, im Gegenteil», kommentiert er. Heinz Brand erinnert die Community an eine wichtige Tatsache: «Man darf nicht vergessen, dass das reine Frauenticket bisher nur ein Vorschlag war, über den parteiintern noch entschieden werden muss.»

Wer soll neu in den Bundesrat gewählt werden? 

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