Aktualisiert 21.04.2006 16:46

Die Queen genoss das Bad in der Menge

Rund 20 000 Menschen haben sich am Freitag zum 80. Geburtstag von Königin Elizabeth II. vor Schloss Windsor versammelt. Mit einem strahlenden Lächeln nahm die Queen die Glückwünsche ihrer Untertanen entgegen.

Eine Kapelle spielte «Happy Birthday», als sie durch das Schlosstor trat. Zu ihren Ehren waren 21 Salutschüsse über Windsor zu hören, 41 weitere wurden später im Londoner Hyde Park abgefeuert. Höhepunkt der Feierlichkeiten sollte am Abend ein Gala-Dinner im Kew-Palast sein.

Die Queen trug bei ihrem Bad in der Menge von Windsor einen himbeerroten Mantel und einen passenden federbesetzten Hut. Die Versammelten schwenkten britische Flaggen und überreichten der Königin kleine Geschenke. Vor dem Schloss wurden ihr Vertreter von Jugendorganisationen vorgestellt, bevor sie von Schulkindern Karten und Blumen entgegennahm. An ihrer Seite war Ehemann Prinz Philip, mit dem sie seit 58 Jahren verheiratet ist.

Ein ausdrücklicher Geburtstagswunsch der Queen erfüllte sich allerdings nicht. In einem Interview der BBC hatte sie am Donnerstag erklärt, sie hoffe auf einen Tag voller Sonnenschein. Doch die Wolken am Himmel wollten sich einfach nicht verziehen. Dafür konnte sich die Monarchin der Sympathien ihrer versammelten Untertanen aber sicher sein. «Wir lieben sie über alles und hoffen, dass sie noch weitere 20 Jahre regiert», sagte der 65-jährige Colin Edwards aus Wales. Schliesslich habe die Königin ihre Pflichten wunderbar erfüllt und sei nie in einen Skandal verwickelt gewesen.

«Sie verändert sich nie», sagte der 69-jährige John Tyler, der mit seiner Frau Iris aus Aldershot nach Windsor gekommen war. «Sie ist älter geworden, aber sie ist immer ein Mensch des Volkes geblieben. Sie ist eine Königin des Volkes.» Am Abend wollte Thronfolger Prinz Charles ein Festessen für seine Mutter geben. Geplant war auch ein zehnminütiges Feuerwerk, während ein Orchester Händels Wassermusik spielen sollte.

Zu ihrem Ehrentag erhielt die Königin fast 40.000 Glückwunschkarten und E-Mails. «Ich bin sehr gerührt darüber, was Sie geschrieben haben, und möchte meine Dankbarkeit allen übermitteln, die diesen Tag für mich so besonders machen», erklärte die Queen in einer vom Buckingham-Palast veröffentlichten Widmung an ihre Untertanen. Demnach erhielt Elizabeth 20.000 Karten und 17.000 E-Mails mit Glückwünschen aus Grossbritannien und aller Welt.

Auch Geschenke gab es für die Queen: So sandte ihr das britische Kabinett ein Teeservice der berühmten Porzellanmanufaktur Spode in Staffordshire, wie das Büro von Premierminister Tony Blair erklärte. Zu den Kosten wollte man sich nicht äussern. Spode erklärte jedoch, das Service habe etwa 1.000 Pfund (1.450 Euro) gekostet. Das Vogelschutzreservat Slimbridge bei Bristol schenkte der Monarchin zwei sibirische Schwäne. Gemäss einer Tradition, die bis ins Mittelalter zurückgeht, besitzt die Queen bereits alle einheimischen Schwäne in Grossbritannien.

Australien schenkte seinem Staatsoberhaupt ein Album mit Fotos von ihren 15 Besuchen auf dem Kontinent. Ministerpräsident John Howard beschrieb Elizabeth als bemerkenswerte Monarchin: «In 54 Jahren auf dem Thron hat sie ein unermüdliches Engagement für die Pflichten ihres Amtes gezeigt.» Die britische Königin interessiere sich sehr für das australische Volk und seine Belange.

Die frühere britische Regierungschefin Margaret Thatcher bezeichnete Elizabeth als Inspiration. «Ihre Führung und ihr Rat sind immer sehr scharfsinnig, und als Premierministerin hatte ich das Privileg, davon enorm zu profitieren», sagte die 80-Jährige, die von 1979 bis 1990 Regierungschefin war. (dapd)

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