Aktualisiert 08.02.2010 17:13

Überfall auf GeldtransporterDie Räuber kamen mit Blaulicht

Der Fahrer eines Geldtransporters schlug am Montagmorgen zwei bewaffnete Angreifer in die Flucht. Der Mann zog seine Waffe schneller und trieb die Räuber in die Flucht. Ihr Täuschungsmanöver hat er schnell durchschaut.

von
Adrian Müller

Ein filmreifer Überfall hat sich heute Morgen in Pratteln ereignet: Ein Geldtransporter fährt beim Lieferanteneingang der der Ikea vor, plötzlich rast ihm ein Auto mit Blaulicht aus der Einbahnstrasse entgegen und schneidet ihm den Weg ab. Doch statt den Helfern in Not springen zwei maskierte Männer aus dem Fahrzeug. Der Fahrer reagiert blitzschnell, verbarrikadiert sich im Fahrzeug und schiesst die Räuber in die Flucht.

«Der Fahrer fühlte sich wohl in Lebensgefahr und hat deshalb geschossen», sagt Reto Casutt vom Verband Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen VSSU. Denn die Geldboten würden nicht darauf trainiert, «den Helden zu spielen.» Tatsächlich eröffnete der 23-jährige Fahrer auch nicht direkt das Feuer, wie Stefan Ratzenberger, Leiter Risk Management beim betroffenenen Geldtransportunternehmen Loomis gegenüber 20 Minuten Online sagt. Die verhinderten Räuber hätten zunächst versucht mit einem Stein die Scheiben einzuschlagen, als dies nicht gelang, zogen sie die Waffen. «Daraufhin hat der Fahrer durch die Türe geschossen», so Ratzenberger weiter.

«Es sollten immer zwei Sicherheitsleute mitfahren»

Dass sich der Fahrer zur Wehr gesetzt habe, sei nicht überraschend, sagt Giovanni Parlumbo, Geschäftsführer der CT-Security GmbH. Während der Ausbildung würden die Geldboten durchaus darauf trainiert, Angriffe abzuwehren. Für Kritik sorgte derweil die Tatsache, dass der Fahrer alleine unterwegs war. «Ein Mann ist kein Mann - unabhängig davon, welche Wertsachen transportiert werden, es sollten immer zwei bewaffnete Sicherheitsleute mitfahren», findet Parlumbo. Die Räuber seien schliesslich auch selten alleine unterwegs.

«Wie viele Leute im Auto sind, ist abhängig vom Geldbetrag, der transportiert wird», sagt Ratzenberger von Loomis. Wie viel Geld sich im überfallenen Transporter befand, wollte er gegenüber 20 Minuten Online aber nicht mitteilen. «Die leichte Bauweise des Fahrzeuges deutet darauf hin, dass in dem Auto keine riesige Summe verschoben worden ist», so Casutt vom VSSU. Er geht von einem Betrag von maximal einer Million Franken aus. Bei einem solchen «eher tiefen» Versicherungswert sei es zulässig, dass nur eine Person den Werttransport durchführe. «Bei grossen Transporten sind die Fahrzeuge zudem immer gepanzert», sagt auch Security-Experte Parlumbo.

Täter immer noch auf der Flucht

Die verhinderten Räuber sind laut Angaben der Kapo Basel noch immer auf der Flucht. Es dürfte sich aber wohl kaum um Profis gehandelt haben, wie Ratzenberger sagt. «Der ganze Überfall war sicher geplant, aber nicht hochprofessionell durchgeführt.»

(Mitarbeit: hys/amc)

061 553 35 35.

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