Krimi um Australien-Visum - Die Reaktionen zu Djokovic – «Novak gewinnt, der Staat kniete nieder»
Publiziert

Krimi um Australien-VisumDie Reaktionen zu Djokovic – «Novak gewinnt, der Staat kniete nieder»

Während das Drama um Djokovics Einreise in Melbourne in die nächste Runde geht, schauen wir auf die gespaltenen Reaktionen im Netz.

Hier verlässt Djokovic das Quarantäne-Hotel.

Darum gehts

  • Novak Djokovic wurde aus der australischen Abschiebungshaft entlassen.

  • Das Visum des Tennis-Stars wurde vorerst wiederhergestellt.

  • Er kann damit am Australian Open teilnehmen.

  • Das sind die ersten Reaktionen in der Öffentlichkeit.

Die Tenniswelt hält sich seit dem Gerichtsentscheid am Montag erstaunlich ruhig. Auf grosse Stellungnahmen dazu, dass Djokovics Visum vom Federal Circuit and Family Court of Australia nun doch wiederhergestellt worden war, wurde bisher verzichtet. Während noch viele Unklarheiten bestehen, wie es weitergeht, meldet sich die Weltnummer 24 John Isner via Twitter zu Wort. Der US-Amerikaner, der sich bereits vergangene Woche für Djokovic ausgesprochen hatte, schreibt kurz nach dem Gerichtsentscheid: «Das Einzige, was jetzt noch zu tun ist, ist die Trophäe erneut zu gewinnen und die Stadt für immer zu verlassen.»

Wenig später nimmt einer von Djokovics grossen Rivalen Stellung: Rafael Nadal. In einem spanischen Radiosender nennt der 35-Jährige die Situation rund um den Serben «einen Zirkus». Ob er nun in gewissen Punkten mit Djokovic einig sei oder nicht, so Nadal, sei zweitrangig. «Die Justiz hat gesprochen und gesagt, dass er das Recht hat, an den Australian Open teilzunehmen, und ich denke, es ist die fairste Entscheidung», wird der 20-fache Grand-Slam-Sieger via Reuters zitiert. Nadal weiter: «Ich wünsche ihm viel Glück.»

Ein anderer Tennis-Star, der sich im Einreise-Drama auf die Seite von Djokovic gestellt hatte, ist Nicholas Kyrgios. Der Australier hat am Montag allerdings andere Probleme: Die Weltnummer 114 wurde eine Woche vor dem Start des Australien Open selbst positiv auf Corona getestet und verpasst so das Vorbereitungsturnier Sidney Tennis Classic. Er bekräftig zwar seine Absicht, am ersten Grand Slam des Jahres teilzunehmen. Ob das möglich ist, ist allerdings noch offen.

Erfolg wird in Serbien gefeiert– Australier sind wütend

Derweil feiert Serbien seinen Nationalhelden Novak Djokovic und dessen Triumph in dessen, wie es weitgehend betitelt wird, Kampf um die Freiheit. Die serbische Boulevard-Zeitung «Blic» beispielweise schreibt am Montag euphorisch: «Novak gewinnt, der Staat kniete nieder.» Auch in Melbourne gehen serbische Fans auf die Strasse und skandieren «Free Nole».

Anders ist die Stimmung in der australischen Öffentlichkeit, wo bereits zuvor viele kritischen Stimmen laut wurden. Die Entscheidung, Djokovic dennoch einreisen zu lassen, zeuge von der Unfähigkeit der Regierung um Premierminister Scott Morrison (53), in der Pandemiebekämpfung eine klare Linie zu fahren. Der ehemalige australische Premier Kevin Rudd zum Beispiel wirft ihm «totale Inkompetenz» vor.

Ähnliche Töne schlägt Senatorin Kristina Keneally an. «Jetzt kann Morrison nicht mal die Grenze managen», klagt die 53-Jährige. Es sei Zeit, ihn abzuwählen. Im April nämlich stehen Down Under neue Wahlen an. Das Thema Djokovic dürfte im Wahlkampf eine bedeutende Rolle einnehmen. Morrisons politischer Rivale Craig Kelly fordert sogar, dass sich Morrison bei Djokovic und ganz Serbien entschuldigen solle – und von der australischen Innenministerin fordert Kelly gar den Rücktritt.

Wie geht es weiter?

Nach Angaben seines Bruders Djordje Djokovic berät Tennisstar Novak Djokovic derzeit mit seinen Anwälten über das weitere Vorgehen, nachdem ein Gericht in Melbourne am Montag die Verweigerung der Einreise aufgehoben hatte. Er sei im Büro seiner Anwälte, sagte Djordje Djokovic dem serbischen TV-Sender TV Prva. «Er geht aktuell alle Optionen durch», sagte der Bruder des 34 Jahre alten Weltranglisten-Ersten. «Das war eine grosse Niederlage für die australische Regierung, und sie tun sich schwer damit.»

Aufseiten der australischen Regierung ist allerdings auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Der australische Einwanderungsminister Alex Hawke könnte noch sein persönliches Recht auf Aufhebung des Visums wahrnehmen. Dafür hat er vier Stunden nach Urteilsverkündung Zeit.

«Sie wollen ihn kreuzigen wie Jesus»

(Video: Adriel Monostori)

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(sih)

Deine Meinung

218 Kommentare