Hochwasser: «Die Regionen müssen auf der Hut bleiben»
Aktualisiert

Hochwasser«Die Regionen müssen auf der Hut bleiben»

Die Unwetter-Lage in der Schweiz ist nach wie vor angespannt. Zwar legt der Regen Pausen ein, dennoch ist es für ein Aufatmen zu früh. SRF-Meteorologin Claudia Stocker erklärt warum.

von
woz

Der Himmel ist nach wie vor grau und es regnet immer wieder. Wann ist endlich Besserung in Sicht?

Claudia Stocker: Richtig Aufatmen können wir erst am Donnerstag. Dann bessert sich das Wetter für etwa ein oder zwei Tage. Bis dahin gibt es immer wieder trockene Phasen, wie etwa heute Vormittag. Gegen heute Nachmittag/Abend ist jedoch wieder mit Regen zu rechnen. Die Regenmenge ist aber schwierig abzuschätzen.

Altstätten SG, das Emmental oder die Zentralschweiz sind besonders stark vom Unwetter betroffen. Haben diese Regionen das Schlimmste hinter sich?

Diese Regionen müssen auf der Hut bleiben. Es ist durchaus möglich, dass im Emmental, in der Zentralschweiz, Alpstein und der Region Jura wieder grössere Regenmengen fallen. Jedoch sind kaum mehr Gewitter zu erwarten, die gestern Abend lokal für viel Regen sorgten. Jetzt regnet es flächiger, es trifft grössere Gebiete. Wetterberuhigung ist - wie schon gesagt - erst am Donnerstag in Sicht.

Es ist also mit weiteren Schäden zu rechnen?

Überschwemmungen sind immer noch möglich. Auch die Erdrutsch-Gefahr ist noch nicht gebannt. Da der Boden bereits gesättigt ist, können schon kleinere Regenmengen grössere Folgen haben.

Am meisten Niederschlag fiel gestern mit über 120 Millimetern pro Quadratmeter im Tessin. Dennoch sind bisher die Schäden weniger stark ausgefallen als auf der Alpennordseite. Warum?

Das Tessin verträgt einfach mehr. Da fallen immer wieder grosse Mengen Niederschlag. Zudem hat es in den letzten Wochen auf der Alpensüdseite weniger geregnet als im Norden.

Erstaunt Sie das Ausmass des Unwetters von gestern?

Es war in dem Sinne kein Jahrhundert-Regen. Da es aber über den ganzen Monat verteilt viel geregnet hat, können die Böden nichts mehr aufnehmen, was eben gestern und heute zu den Schäden führte.

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