Aktualisiert 26.10.2010 18:58

Studie zeigt

Die Reichen in Basel ticken anders

«Me hets, aber me zaigts nid»: Diese alte Basler Weisheit bestätigt nun eine Studie.

von
Lena Oppong
Die reichen Basler agieren diskreter als andere Vermögende. (lua)

Die reichen Basler agieren diskreter als andere Vermögende. (lua)

Am Dienstag wurde an der Universität Basel die lang erwartete Studie «Wie Reiche denken und lenken» vorgestellt. In dieser analysieren die Soziologen der Universität Basel die Welt der Vermögenden (20 Minuten berichtete). Besonders verblüffend sind die Erkenntnisse über die finanzielle Oberschicht Basels: 630 Menschen in der Region besitzen ein Vermögen von über 10 Millionen Franken. Dabei handelt es sich grösstenteils um «altes Geld» aus dem Daig.

«Hier wohnen eher Altreiche. Mit grossen Erbschaften bleibt das Geld in der Familie», erklärt Ganga Jey Aratnam, einer der drei Verfasser der Studie. Entsprechend wird mit dem Geld auch anders umgegangen. Reiche leben hier «normaler» als in anderen Städten und rücken ihren Reichtum nicht in den Vordergrund. Das bestätigt die Studie ebenso wie Stadtkenner und -original -minu: «Im Unterschied zum Zürcher Reichtum wurde hier das Geld nie zur Schau gestellt.» Der reiche Daig investiere in Projekte, die der ganzen Gesellschaft dienten. «Als vermögende Person geniesst man hier eine gewisse Anonymität», so -minu. Gerade weil der Reichtum schon lange in der Familie ist, sind die Reichen in Basel stärker an die Region gebunden. Mit zwei prominenten Ausnahmen: «Es wären noch zwei mehr, wenn Herr Ospel und Herr Federer nicht in den Kanton Schwyz gezogen wären», sagt Aratnam lachend.

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