Es geht um Emotionen : Die Reichen setzen auf Schmuck
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Es geht um Emotionen Die Reichen setzen auf Schmuck

Eine Umfrage bei 2000 vermögenden Leuten zeigt: 70 Prozent weltweit und 50 Prozent in der Schweiz leisten sich am liebsten Juwelen. Aber nicht als Finanzanlagen, sondern aus emotionalen Gründen.

Safir mit Diamanten bereiten der Trägerin offensichtlich Freude.

Safir mit Diamanten bereiten der Trägerin offensichtlich Freude.

Reiche Leute halten teure Besitztümer wie Juwelen, Kunst, Weine oder Antiquitäten selten als Finanzanlagen. Kostbarkeiten behalten sie häufig bei sich, weil sie emotionalen Wert haben oder zum Familienerbe gehören.

In der Schweiz bezeichnen Schwerreiche nur 7 Prozent ihrer wertvollen Besitztümer als Investitionsmittel, wie die britische Grossbank Barclays in einer Umfrage ermittelt hat. Weltweit werden 10 Prozent solcher Objekte - Barclays zählt dazu auch Oldtimer oder Edelmetalle - als Anlagen angesehen.

Komplizierter Markt von Wertobjekten

Laut Patrick Ramsey, der in Genf die Schweizer Barclays-Niederlassung leitet, tun die Reichen auch gut daran, nicht mit Wertobjekten zu spekulieren: «Kostbarkeiten können einen finanziellen Gewinn bringen, wenn man Glück hat oder sehr viel davon versteht.» Es sei aber besser, sich etwas zu kaufen, was man geniessen könne und immer «emotionalen» Gewinn bringe.

Der Markt für Wertobjekte ist in der Regel kompliziert und Besitzer müssen auch Aspekte wie Unterhalt und Versicherung in Betracht ziehen. Für Besitzer von Kunst beispielsweise wäre nur ein relativ kurzfristiger, substanzieller Preisanstieg eines Objekts ein Grund, dieses wieder zu verkaufen, wie Barclays ermittelt hat.

Die Bank hat für die am Montag veröffentlichte Studie rund um den Globus 2000 Menschen befragt. Teurer Schmuck ist der beliebteste Wertgegenstand: 70 Prozent weltweit und 50 Prozent in der Schweiz leisten sich am liebsten Juwelen. Kunst ist für 49 Prozent vorrangig, in der Schweiz sind es 50 Prozent.

Kostbarkeiten nur für sich allein

Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer in der Schweiz sagten, dass sie ihre Schätze als Teil ihrer Familie und ihres Lebensstils betrachten. 64 Prozent können sich vorstellen, Wertgegenstände Museen und damit der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Nur 39 Prozent fühlen jedoch, dass es dazu eine Verpflichtung gebe.

5 Prozent sagten, sie hätten Gegenstände in ihrem Besitz, damit niemand anderes sie haben könne. Damit unterscheiden sie sich deutlich von reichen Indern: Auf dem Subkontinent halten sich 69 Prozent Kostbarkeiten nur aus dem einen Grund, dass sie dem Zugriff anderer Leute entzogen sind.

(sda)

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