Aktualisiert 09.06.2016 15:52

Rothenburg LU

«Die Reiterin handelte fahrlässig»

Gleich zwei Pferde mussten am Mittwoch aus einer misslichen Lage befreit werden. Eines verunfallte auf einer kleinen Brücke, ein anderes geriet am Rhein in Chur in Not.

von
dag/foa/vro/emi
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In Rothenburg LU brach ein Pferd durch den Boden einer kleinen Brücke.

In Rothenburg LU brach ein Pferd durch den Boden einer kleinen Brücke.

Luzerner Polizei
Das Tier steckte fest und musste von einem Tierarzt ruhiggestellt werden.

Das Tier steckte fest und musste von einem Tierarzt ruhiggestellt werden.

Mit einem Flaschenzug konnte das Pferd nach unten befreit werden.

Mit einem Flaschenzug konnte das Pferd nach unten befreit werden.

Luzerner Polizei

Zwei Reiterinnen sind am Mittwochabend mit ihren Pferden in Rothenburg ausgeritten. Bei einer kleinen Brücke über den Rotbach wollten sie die Uferseite wechseln. Sie stiegen aus dem Sattel und führten ihre Pferde zu Fuss an den Zügeln. Nach ein paar Metern brach eines der Pferde durch den Holzboden der Brücke und blieb in misslicher Lage stecken.

Alle glücklich, dass das Pferd gerettet werden konnte

Neben Angehörigen der Feuerwehr Rothenburg und Emmen wurde auch ein Tierarzt aufgeboten. Ihm gelang es, das Pferd ruhig zu stellen und zu betreuen. Dann gelang es den Feuerwehren in einer Rettungsaktion, die rund dreieinhalb Stunden dauerte, das Tier mit einem Flaschenzug durch die Brücke hindurch nach unten zu befreien. Ein Helikopter flog das verletzte Tier zurück zum Hof. «Es waren alle glücklich, dass das Pferd gerettet werden konnte», sagt Daniel Renggli, Leiter des Werkdiensts in Rothenburg und Angehöriger der Feuerwehr Rothenburg. Die Stute konnte leicht verletzt selbstständig zurück in die sichere Pferdebox. Renggli: «Wir atmeten auf, dass es dem Pferd den Umständen entsprechend gut geht.»

Infos für Brücken-Benützer werden geprüft

Als Leiter des Werkhofs versteht Renggli die Aktion der Reiterin allerdings nicht: «Das Brüggli ist nur gerade etwas über einen Meter breit. Mit gesundem Menschenverstand würde keiner mit einem Pferd über diese Brücke gehen.» Das Pferd wiege an die 700 Kilogramm. Die Brücke sei für Wanderer und Spaziergänger gedacht. Ebenso das ganze Gebiet am Rotbach. Die gesperrte Brücke wird am Freitag wieder in Stand gestellt und danach freigegeben. Geplant ist ausserdem, dass die gesamte Holzkonstruktion der Brücke im Juli ersetzt wird. «Wir werden jetzt prüfen, ob wir Schilder aufstellen müssen, um weitere Unfälle zu vermeiden», sagt Renggli weiter. Dies würde von Sandra Schaefler, Zuständige bei der Fachstelle Heimtiere und Pferde beim Schweizer Tierschutz STS, begrüsst: «Die Reiterin hat fahrlässig gehandelt aber auch zuwenig überlegt. Ich bin mir sicher, dass die Reiterin im Nachhinein ihren Entschluss bereut.»

Pferd und Reiterin aus Rhein gerettet

Auch in Chur musste am späten Mittwochnachmittag ein Pferd gerettet werden. Zusammen mit der Feuerwehr der Stadt Chur, der Kantonspolizei Graubünden und der Stadtpolizei Chur musste der Grosstierrettungsdienst ein Pferd und dessen Reiterin aus dem Rhein retten, wie es in einer Mitteilung der Stadtpolizei Chur heisst.

Das Unglück passierte am Felsbergerweg. Die Reiterin habe dort am Rheinufer ihr Pferd tränken wollen, heisst es. Jedoch sei das Tier mit der Reiterin auf dem Rücken unverhofft in den Rhein geschritten.

20 Meter vom Ufer entfernt

Alle Versuche der Reiterin, das Pferd zur Rückkehr ans Ufer zu bewegen, brachten nichts. So seien beide nahe Felsberg auf einer anlässlich der Renaturierung des Rheins geschaffenen Insel gestrandet und hätten sich wegen der starken Strömung nicht mehr zurückgetraut.

Der Rettungsdienst konnte dank einem Grossaufgebot Tier und Reiterin retten. Mit Seilen und Gurten gesichert, konnten die Retter beide ans rettende Ufer ziehen. Rund 20 Meter waren es von der Insel bis zum Ufer. Das Wasser war etwa zwei Meter tief, heisst es in der Mitteilung.

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