Berner Sicherheitsdirektor: «Die Reitschule sollte videoüberwacht werden»
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Berner Sicherheitsdirektor«Die Reitschule sollte videoüberwacht werden»

In der Diskussion um den Einsatz bei der Berner Reitschule fordert der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause Massnahmen zum Polizeischutz.

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kat / 20M
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In der Nacht auf Samstag fuhr ein ziviles Fahrzeug der Polizei bei der Reitschule aufs Trottoir.

In der Nacht auf Samstag fuhr ein ziviles Fahrzeug der Polizei bei der Reitschule aufs Trottoir.

Screenshot: Facebook/RJG
Grund war eine Sprayer-Aktion.

Grund war eine Sprayer-Aktion.

Screenshot: Facebook/RJG
Die beteiligten Seiten schildern die Geschehnisse auf ihre Weise.

Die beteiligten Seiten schildern die Geschehnisse auf ihre Weise.

Screenshot: Facebook/RJG

Nach den jüngsten Ereignissen, die sich vor der Berner Reitschule abspielten, plädiert der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) für mehr Kontrolle: Polizisten sollten mit Bodycams ausgerüstet und der öffentliche Raum allgemein durch Videokameras überwacht werden, sagt er gegenüber dem «Bund». «Wer soll da dagegen sein, wenn die Schützenmatte übergreifend videoüberwacht wird?», fragt er. Grosse Chancen für ein Überwachungsprojekt sieht Nause «im rot-grünen Bern» allerdings nicht.

Das Ziel wäre, ein Gegenstück zu privaten Videos in der Hand zu haben. Immer wieder wird die Polizei bei der Arbeit gefilmt, die Handykamera ist schnell gezückt. Schnell werden verschiedene Wahrheiten im Strudel der Sozialen Medien verbreitet.

«Druck auf Nause steigt»

Wären mit Kameras ausgerüstete Polizisten nicht auch für die Reitschüler von Vorteil? Das Thema Bodycam sei zu komplex, um ein allgemeines, pauschales Urteil zu fällen, heisst es dort: «Zu den sogenannten ‹Forderungen› von Reto Nause hingegen können wir Stellung beziehen: Diese sind schlecht getarnte Ablenkungs- und Wahlkampfmanöver», schreibt die Mediengruppe der Reitschule auf Anfrage.

Nause, der 2019 für den Nationalrat kandidiert, fürchte sich vor dem wachsenden Druck der Öffentlichhkeit auf ihn und die Kantonspolizei, darum lenke er mit solchen Vorschlägen nun ab.

Umstrittenes Video als Auslöser der Debatte

Stein des Anstosses ist ein umstrittenes Video, welches die Berner Reitschule und die Revolutionäre Jugendgruppe Bern (RJG) vor rund einer Woche publik gemacht haben. Es folgten unterschiedliche Schilderungen zwischen Polizei und Aktivisten. Letztere behaupteten, dass die Polizei mit einem Zivilwagen auf eine Gruppe von Graffitisprayern zugerast sei und damit deren Leib und Leben bedroht hätten. Eine Person sei sogar verletzt worden.

Die Polizei hatte sich allerdings von den Anschuldigungen distanziert. Man sei von den Vermummten mit Gegenständen beworfen worden, was auf dem Video zu sehen ist. Eine Person sei verfolgt worden, weshalb sie auf dem Trottoir angehalten worden sei. Dass jemand verletzt worden ist, konnte die Polizei nicht bestätigen.

Der kantonale Polizeidirektor Philippe Müller verurteilte das Video scharf. Es sei manipuliert worden, der Ton fehle und das Abspieltempo sei verändert worden. Eine Gefährdung sei durch das Polizeifahrzeug nicht auszumachen. In und rund um die Reitschule werde die Polizeiarbeit immer wieder behindert und die Polizei angegriffen.

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