22.03.2020 03:11

WirtschaftshilfeDie Reserven des Bundes reichen bis zu einem Jahr

Der Schweiz reicht das Geld in Zeiten der Corona-Krise noch lange. Dieser Meinung sind mehrere Politiker und Experten.

von
roy
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Die Polizei habe in der vergangenen Woche zu oft einschreiten müssen, sagte Stefan Blättler, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Die Polizei habe in der vergangenen Woche zu oft einschreiten müssen, sagte Stefan Blättler, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Keystone/Peter Schneider
Quer durch die Schweiz habe die Polizei festgestellt, dass Personen das Social Distancing nicht umsetzten. «Sie sassen gemeinsam in Pärken, verweilten in grossen Gruppen an den Seepromenanden und hielten auch sonst kaum Abstand.»

Quer durch die Schweiz habe die Polizei festgestellt, dass Personen das Social Distancing nicht umsetzten. «Sie sassen gemeinsam in Pärken, verweilten in grossen Gruppen an den Seepromenanden und hielten auch sonst kaum Abstand.»

Keystone/Laurent Gillieron
Es zeichnet sich ein Ansturm auf Lieferanten von komprimiertem Sauerstoff ab: Ein Spitalbett mit Beatmungsgerät. (Symbolbild)

Es zeichnet sich ein Ansturm auf Lieferanten von komprimiertem Sauerstoff ab: Ein Spitalbett mit Beatmungsgerät. (Symbolbild)

Keystone/Roland Weihrauch

Politiker, vorab Linke, und Ökonomen gehen davon aus, dass der Bundesrat sein wirtschaftliches Krisenregime noch mehrere Monate oder gar ein Jahr durchhalten könne - und vielleicht auch müsse. SP-Chef und Wirtschaftspolitiker Christian Levrat sagt in der «SonntagsZeitung», die vom Bundesrat beschlossenen wirtschaftlichen Stützungsmassnahmen würden wohl einiges länger aufrecht erhalten werden als nur ein paar Wochen.

Und Levrat ist überzeugt, dass das Land die finanziellen Mittel dazu habe. «Ein Mehrfaches der gesprochenen 40 Milliarden ist möglich und wohl notwendig,» so der SP-Mann. Und erhält Unterstützung von Jan Egbert Sturm, Chef der ETH-Konjunkturforschungsstelle. Die tiefe Staatsverschuldung lasse deutlich mehr als die bereits gesprochenen 40 Milliarden Franken zu.

Gemessen an den europäischen Verschuldungsregeln, so rechnet Sturm vor, könne der Bund «130 Milliarden Franken einschiessen». Nach den Voraussagen des Bundes würde dies reichen, die von der Corona-Krise am meisten betroffenen Sektoren 9 bis 12 Monate zu stützen. Dass es mehr braucht und mehr möglich ist, sagen inzwischen auch die für die Wirtschaftshilfe zuständigen Bundesräte. Finanzminister Ueli Maurer meint, das Ende der Fahnenstange sei noch erreicht. Und Guy Parmelin sagt im Interview mit der «Sonntagszeitung»: «Ich bin bereit noch mehr Geld zu sprechen.»

Das neue Coronavirus

Sars-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2). Diese Bezeichnung wurde vom International Committee on Taxonomy of Viruses am 11. Februar 2020 beschlossen. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO das Virus als 2019-nCoV bezeichnet.

Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) heisst.

Damit verhält es sich bei der neuen Krankheit ähnlich wie bei HIV und Aids. Auch dort hat das Virus (HIV) einen anderen Namen als die Krankheit (Aids).

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