24.06.2020 11:03

Klosterplatz St. GallenRiklin-Zwillinge meisseln «Zehn Gebote, Teil 2» in Sandsteintafeln

Seit Montag arbeiten die Künstler Frank und Patrik Riklin an ihrem neusten Projekt. Auf dem Klosterplatz in St. Gallen meisseln sie ihre «Zehn Gebote» in Sandsteintafeln. Die Welt habe sich verirrt und brauche eine Sinnorientierung.

1 / 12
Die Künstler-Zwillinge Frank und Patrik Riklin arbeiten seit Montag an ihrem neusten Projekt.

Die Künstler-Zwillinge Frank und Patrik Riklin arbeiten seit Montag an ihrem neusten Projekt.

Keystone SDA
Mit Hammer und Meissel hauen die St. Galler Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin derzeit in der St. Galler Altstadt ihre «Zehn Gebote, Teil 2» in Sandsteintafeln.

Mit Hammer und Meissel hauen die St. Galler Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin derzeit in der St. Galler Altstadt ihre «Zehn Gebote, Teil 2» in Sandsteintafeln.

Atelier für Sonderaufgaben
Der Ort dieser «öffentlichen Meisselung», nur wenige Schritte vor der Kathedrale, sei bewusst gewählt.

Der Ort dieser «öffentlichen Meisselung», nur wenige Schritte vor der Kathedrale, sei bewusst gewählt.

Atelier für Sonderaufgaben

Darum gehts

  • Die Künstler-Zwillinge Frank und Patrik Riklin meisseln seit Montag ihre zehn Gebote in Sandsteintafeln.
  • Das Projekt findet auf dem Klosterplatz, für Passanten zugänglich, in St. Gallen statt.
  • Sie wollen die Gesellschaft zur Selbstreflexion und zur Suche nach Sinn animieren.
  • Man kann das Projekt über einen Internet-Livestream mitverfolgen.

Mit Hammer und Meissel hauen die St. Galler Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin derzeit in der St. Galler Altstadt ihre «Zehn Gebote, Teil 2» in Sandsteintafeln. Der Ort dieser «öffentlichen Meisselung», nur wenige Schritte vor der Kathedrale, ist bewusst gewählt.

Die Künstler-Zwillinge haben ihren temporären Arbeitsplatz auf der Gallusstrasse, gut sichtbar für die Passanten, eingerichtet. Hier bearbeiten sie bis zum 1. Juli zehn Steinblöcke. Eine Videokamera
auf einer Holzlatten-Konstruktion liefert den Internet-Livestream, der ein Teil der Aktion ist. «Trust insanity and question the conventional» (Vertrau dem Wahnsinn und stell das Konventionelle in Frage), heisst es etwa in grossen Buchstaben auf einer Steinplatte. Mit ihren «Zehn Geboten, Teil 2» wollen die Riklin-Brüder die Gesellschaft zur Selbstreflexion und zur Suche nach Sinn animieren.

«Die Welt ist aus den Fugen geraten», schreiben sie in einer Medienmitteilung. Die Menschen sässen entweder in Quarantäne oder stünden auf Barrikaden. Die Performance habe zum Ziel, «an der Schnittstelle zwischen Kunst, Religion, Philosophie und Wirtschaft» an neu formulierten Werten zu meisseln, die es brauche.

Nachtwächter gesucht

Weitere Auskünfte und Interviews geben Frank und Patrik Riklin nicht. «Künstler bitte nicht ansprechen!», heisst es auf Schildern auf dem Klosterplatz. Die Schrifttafeln sollen für sich sprechen. Damit die «Zehn Gebote» nicht gestohlen werden, suchen die Riklin-Brüder freiwillige Nachtwächterinnen und Nachtwächter.

Anschliessend an die zehntägige Aktion in St. Gallen werden die Sandsteinblöcke, die zusammen eine Tonne wiegen, nach Zürich transportiert. Dort, «in einem der mächtigsten Finanzzentren der Welt», findet ab dem 9. Juli der zweite Teil des Projektes statt: Wer will, kann Geld in die «Zehn Gebote, Teil 2» investieren.
Die Künstler arbeiten dabei mit dem Schweizer Blockchain-Startup Fyooz zusammen, wie sie schreiben. Es gehe darum, das globale Investitionswesen zu humanisieren und zu demokratisieren.

Frank und Patrik Riklin gehen mit ihrem «Atelier für Sonderaufgaben» seit 20 Jahren der Frage nach, «inwieweit sich das Potenzial der Kunst erweitert, wenn sie den repräsentativen Rahmen verlässt und direkt in sozial-gesellschaftliche Realitäten eingreift». Bekannt wurden sie etwa durch ihre «Null-Stern-Hotels».

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
2 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Lacht nur über die Bibel

24.06.2020, 13:06

Wenn aus Schwachsinn Kunst wird, kommt sowas raus.

M.Gerber

24.06.2020, 11:07

Endlich mal was schlaues aus der Kunstwelt !