Aktualisiert 27.09.2005 16:00

Die Rückkehr der Romantik

Rüschen, Schleifen und Bordüren - die Mode-Designer greifen in Mailand für die Saison Frühjahr/Sommer 2006 tief ins zuckersüsse Schmuckwerk.

Zum Auftakt der bis zum 1. Oktober laufenden Mailänder Modedefilees eroberte die Vorstellung einer verträumten Frau viele Laufstege. Romantik ist wieder in.

Als am Montag bei der Show von D&G der Vorhang aufging und den Blick auf Models in strahlendem Weiss freigab, kam die neue Romantikwelle in Schwung. Es wird gerüscht, gefranst und gebauscht, Tüll und Spitze kommen zum Einsatz.

Die Zweitlinie des Mailänder Erfolgsduos Dolce & Gabbana, das in diesem Jahr seinen 20. Firmengeburtstag begeht, kokettiert mit einem Spiel aus Unschuld und Verführung.

Auch andere grosse Namen der italienischen Mode schickten zunächst ihre Nebenlinien ins Rennen. Roberto Cavalli nennt sein Produkt für die junge Frau Just Cavalli.

Sommer-Thema Mexiko

Das Thema des Sommers 2006 heisst Mexiko. Seine Basisfarbe ist Weiss, das der Designer aus Florenz dann mit Farben oder Stickereien verziert. Romantische Assoziationen wecken unter anderem seine kurzen, knackigen Baby-Dolls.

Ohne Stars in der ersten Reihe keine Armani-Show: Der Mailänder Topdesigner manifestierte wieder einmal seinen Ruf als Lieblingsschneider der Reichen und Berühmten. Zur Vorführung seiner jungen Emporio-Mode lud er sich die Fussballstars Figo, Kaka, Andrey Schewtschenko sowie Pop-Ikone Tina Turner ein.

Armani liess sich von der Lust am Feminin-Verspielten anstecken und zeigte lange plissierte Röcke die zu einem Fransenschal getragen werden oder akzentuierte Wildlederjacken mit Details aus Chiffon oder Seide.

Mit einem Schuss maskuliner Würze

Romantik, gebrochen mit einem Schuss maskuliner Würze: So lässt sich die Show von Dirk Bikkembergs beschreiben. Der Belgier deutscher Herkunft zog seine gerüschten, stufigen Baby-Doll-Kleider über Nadelstreifenhosen oder liess sie mit einem Trenchcoat verschmelzen. Farblich bevorzugt er satte Karibiktöne.

Rüschen, Fransen, Zipfel, Schleifen, Ketten - die Italienerin Anna Molinari schöpfte in ihrer Show am Dienstag das ganze Repertoire an süss-mädchenhaftem Schmuckwerk aus. Ihr Leitmotiv ist der Tanz, den sie in all seinen Facetten vorführte.

Es begann mit am klassischen Ballett inspirierten, minikurzen Tutus und pudrigen Pastelltönen, lief über ein Westernthema mit Leder und Chiffon und endete schliesslich Schwarz-Weiss-Silber beim Jazz.

Während die italienische Marke Byblos eine Volant-Interpretation aus Strick lieferte, liess es Salvatore Ferragamo vor allem an Kleidervorderseiten wippen und die Träger unter einem Rüschenmeer verschwinden. Aber es gab auch Schleifen zum Strickkleid und lange um den Hals gewickelte Bänder.

Marni gehört seit einigen Saisons zu den angesagtesten Modemarken Italiens mit einer eigenen, prägnanten Handschrift. Die Designerin Consuelo Castiglioni gibt der Kollektion immer mehr Anmut und Tiefe. Gekonnt variiert sie für den nächsten Sommer Volumen und Silhouetten. Hier ein loser Fall, dort eine Fixierung per Gürtel in der Taille und darunter ein ausgestellter Rock.

Roh und mit offenen Kanten

Viele Stoffe werden roh und mit offenen Kanten verarbeitet, zum Beispiel bei Mänteln. Polos erhalten Puffärmel, die grafische Farbanordnung auf Kleidern lockert Castiglioni mit Falten, Schmucksteinen und Netzeinsätzen auf. Das Publikum honorierte die Qualität der Show am Dienstag mit einem begeisterten Applaus.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.