Nadal ist wieder der Alte: Die Rückkehr des Sandkönigs
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Nadal ist wieder der AlteDie Rückkehr des Sandkönigs

Rafael Nadal hat sich eindrücklich zurückgemeldet. Nach 11 Monaten ohne Turniergewinn triumphierte der Sandkönig in Monte Carlo zum sechsten Mal in Serie und gab dabei nur gerade 14 Games ab.

von
pre
Nach 11 Monaten darf Rafael Nadal endlich wieder in einen Siegerpokal beissen. (Bild: Keystone)

Nach 11 Monaten darf Rafael Nadal endlich wieder in einen Siegerpokal beissen. (Bild: Keystone)

«Wenn Nadal so spielt wie heute, dann kann ihn niemand schlagen», sagte Fernando Verdasco nach dem Final von Monte Carlo. Soeben hatte ihn Nadal mit 6:0 und 6:1 vom Platz gefegt. Und dabei hatte die Weltnummer 9 nicht einmal schlecht gespielt. Gegen den wie entfesselt spielenden Nadal blieb ihm allerdings nur die Statistenrolle. Nach seinem einzigen Spielgewinn fiel Verdasco auf die Knie und jubelte, als hätte er das Turnier gewonnen.

Nadal zeigte sich im Fürstentum im Vergleich zum missratenen Saisonauftakt wie verwandelt. In sechs Partien gab er keinen Satz und nur gerade 14 Games ab. Seine Vorhand mit viel Drall war auf dem von ihm so geliebten Sand so effektiv wie eh und je und hatte wieder die notwendige Länge. In der Defensive glänzte die ehemalige Weltnummer 1 mit einem unglaublichen Laufpensum. Als hätten ihm seine Knie nie Probleme bereitet, spurtete und rutschte er an der Grundlinie hin und her und grub beinahe jeden Ball noch aus. Nadal wirkte frisch und hungrig und freute sich riesig, endlich wieder in einen Siegerpokal beissen zu dürfen. «Du hast sehr gut gespielt, es tut mir leid wegen heute», entschuldigte sich Nadal zunächst bei seinem chancenlosen Landsmann. «Ich fühle mich hier zu Hause und habe meine beste Woche seit langer Zeit gespielt. Es ist einfach unglaublich.»

Kommt Nadal noch einmal an Federer ran?

Nadal schrieb in Monte Carlo mit dem sechsten Sieg in Folge Tennisgeschichte. In der Profi-Ära hatte bislang kein Spieler ein Turnier an einem Ort sechsmal in Folge gewonnen. Mit Masters-1000-Titel Nummer 16 zog die Weltnummer 3 in dieser Statistik ausserdem mit Roger Federer gleich. Die beiden Dominatoren des Herrentennis liegen nun gemeinsam auf Rang zwei, nur einen Titelgewinn hinter Rekordhalter Andre Agassi. Viel wichtiger als diese Zahlen dürfte für Nadal aber die Gewissheit sein, dass er, wenn seine Knie halten, wieder ganz der Alte sein kann.

Das Ausrufezeichen zu Beginn der Sandsaison war das, was Nadal brauchte. Fünf Wochen vor dem French Open mausert sich der 23-Jährige langsam, aber sicher wieder zum ersten Herausforderer von Roger Federer um die Tenniskrone. In den Kampf um die Weltnummer 1 kann Nadal zunächst aber noch nicht eingreifen. In der Weltrangliste liegt der Spanier beinahe 4000 Zähler hinter dem Schweizer und muss bis zum French Open viele Punkte verteidigen. Mit einem Sieg bei Roland Garros und einem guten Abschneiden in Wimbledon, wo er 2009 wegen Knieproblemen fehlte, könnte er aber schnell wieder zu Federer aufschliessen und das alte Duell wieder beleben.

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