WEF: Die Russen müssen draussen bleiben

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WEFDie Russen müssen draussen bleiben

Das World Economic Forum verbietet russischen Vertreterinnen und Vertretern die Teilnahme in Davos. Für Länder wie den Iran gilt das jedoch nicht. 

von
Thomas Obrecht
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Das WEF in Davos verzichtet bewusst darauf, Vertreterinnen und Vertreter aus Russland einzuladen. 

Das WEF in Davos verzichtet bewusst darauf, Vertreterinnen und Vertreter aus Russland einzuladen. 

AFP
Wie ein WEF-Sprecher auf Anfrage von 20 Minuten konkretisiert, müssen durch das Verbot sämtliche russische Regierungsmitglieder und Partnerunternehmen mit Ursprung in Russland zu Hause bleiben.

Wie ein WEF-Sprecher auf Anfrage von 20 Minuten konkretisiert, müssen durch das Verbot sämtliche russische Regierungsmitglieder und Partnerunternehmen mit Ursprung in Russland zu Hause bleiben.

20min/Stefan Lanz
Der Grund: «Die Kriegshandlungen in der Ukraine sind nicht zu verantworten und die russische Regierung zeigt sich leider nicht verhandlungsbereit», erklärt der Sprecher.

Der Grund: «Die Kriegshandlungen in der Ukraine sind nicht zu verantworten und die russische Regierung zeigt sich leider nicht verhandlungsbereit», erklärt der Sprecher.

TDG

Darum gehts

  • Das World Economic Forum lädt dieses Jahr bewusst keine russische Vertretung nach Davos ein. 

  • Es reagiert damit auf den laufenden Krieg in der Ukraine. 

  • Dieses Verbot trifft nur Russland. Andere in der Kritik stehende Länder wie etwa der Iran sind eingeladen. 

  • Auch Russinnen und Russen können das Verbot umgehen, wenn sie im Auftrag eines anderen Landes unterwegs sind.

Keine Russinnen und Russen am WEF – wegen des aktuellen Krieges in der Ukraine verzichtet das World Economic Forum auf russische Vertreterinnen und Vertreter. Es ist das zweite Mal nach 2022, dass die russische Equipe unerwünscht ist. Dies bestätigt ein Sprecher des Forums gegenüber 20 Minuten. «Seit kurz nach Kriegsbeginn haben wir sämtlichen Kontakt zu Russland abgebrochen.» 

«Kein anderes Land wird bewusst ausgeschlossen.»

Konkret müssen durch das Verbot sämtliche russische Regierungsmitglieder und Partnerunternehmen mit Ursprung in Russland zu Hause bleiben, so der Sprecher. Der Grund: «Die Kriegshandlungen in der Ukraine sind nicht zu verantworten und die russische Regierung zeigt sich leider nicht verhandlungsbereit.» Russland sei dabei ein Sonderfall, sagt der Sprecher. «Momentan wird kein anderes Land bewusst ausgeschlossen.» So könnten beispielsweise iranische Vertreterinnen und Vertreter frei teilnehmen, sofern sie eingeladen wären und dabei keine Sanktionen verletzt würden.

WEF bekennt sich zur Ukraine

Für Russinnen und Russen gibt es eine Lücke

Für einige Russinnen und Russen gibt es jedoch eine Möglichkeit, dennoch am WEF teilzunehmen. «Ist eine Person mit russischem Pass im Auftrag eines anderen Landes oder für ein Partnerunternehmen mit Ursprung in einem anderen Land unterwegs, können sie normal teilnehmen. Ausser es gelten internationale Sanktionen gegen diese Person.» 

Russische Vertreterinnen und Vertreter vom WEF auszuschliessen, sei eine kurz- bis mittelfristige Lösung, sagt der WEF-Sprecher. «Sollte Russland die internationale UN-Charta wieder respektieren und die internationalen Sanktionen fallen, könnte eine Einladung wieder zur Diskussion stehen.»

Russland war vorher ein gern gesehener Gast

Vor Beginn des Ukrainekrieges war Russland ein regelmässiger Gast am WEF. Wie das Magazin «Politico» berichtet, hielten Wladimir Putin und der ehemalige Präsident Dmitri Medwedew zwischen 2007 und 2021 fünf Ansprachen am WEF, zuletzt im Jahr 2020. Selbst nach der Invasion der Krim 2015 sei Putin für eine Ansprache angefragt worden. 

Findest du es richtig, dass das WEF ein ganzes Land nicht einlädt? 

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