Ecovado: Fake-Avocado hilft, Wasser zu sparen

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Wasser sparenDie Schale dieser essbaren Fake-Avocado besteht aus Wachs

Eine Londoner Studentin hat eine nachhaltige Avocado-Alternative aus Bohnen, Haselnüssen und Wachs entwickelt. Der Kern wird von Kastanien imitiert. Doch sind Avocados wirklich so schlecht für die Umwelt?

von
Sebastian Sele
Gibt es endlich eine klimafreundliche Avocado?
Sieht dem Original zum verwechseln ähnlich

Gibt es endlich eine klimafreundliche Avocado?

Arina Shokouhi

Darum geht’s:

Avocados sind nicht nur schick auf Instagram, sondern auch gesund: Die Frucht hat einen hohen Nährwert, verfügt über viele Proteine und Vitamine und ist reich an Ballaststoffen. Dementsprechend oft landet sie auf Schweizer Tellern. 2021 wurden gemäss Eidgenössischer Zollverwaltung rund 19’000 Tonnen Avocados in die Schweiz importiert. Im Jahr 2000 waren es noch 3700 Tonnen.

Doch die Avocado gilt auch als Klimakiller. Ein grosser Teil der Früchte legt mehrere tausend Kilometer zurück, bevor er in einem Schweizer Supermarkt landet. Zudem verbraucht die Produktion viel Wasser: Für ein Kilo, also etwa drei Avocados, werden zwischen 1000 und 1500 Liter Wasser benötigt. Zum Vergleich: Bei Tomaten sind es 180 Liter pro Kilogramm. Infolge der grossen Nachfrage nach Avocados leiden beispielsweise in Chile ganze Regionen unter Wassermangel. 

Dadurch wurde die Avocado neben einem Foodie-Star auch zu einem Symbol für die Umweltbelastung der Nahrungsmittelproduktion: Diese verursacht einen Drittel aller Treibhausgase weltweit – mehr als Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen.

Avocado mit Kastanien-Kern

Eine Erfindung aus Grossbritannien soll nun das Image der Avocado umkrempeln. Arina Shokouhi hat in ihrer Masterarbeit an der Londoner Central Saint Martins University eine nachhaltige Fake-Avocado entwickelt: die Ecovado.

Ihr grünes Fruchtfleisch, das in Zusammenarbeit mit dem Food Innovation Centre der Universität Nottingham entwickelt wurde, besteht aus regionalen Zutaten wie Bohnen, Haselnüssen, Rapsöl und Äpfeln. Der Kern der Fake-Frucht wird durch eine Baumnuss oder eine Kastanie ersetzt und die Schale besteht aus kompostierbarem Wachs.

 Hoffentlich auch bald bei uns: In der Schweiz gibt es die Fake-Frucht derzeit leider noch nicht zu kaufen.

Hoffentlich auch bald bei uns: In der Schweiz gibt es die Fake-Frucht derzeit leider noch nicht zu kaufen.

Arina Shokouhi

Wie schlimm ist die Avocado?

Doch sind Avocados wirklich so umweltschädlich? «Die Avocado war ein einfaches Opfer», sagt Manuel Klarmann, Gründer von Eaternity zum Tages-Anzeiger. Das ETH-Spinoff hat kürzlich ein Klimaradar veröffentlicht, in dem es Lebensmittel nach ihren Einfluss auf das Klima bewertet hat. Die Avocado liegt im grünen Bereich und ist damit im Gegensatz zu den meisten Milch- und Fleischprodukten bedenkenlos geniessbar. Jedoch: Das Klimaradar berücksichtigt nur den CO2-Einfluss, bei dem der Transport kaum ins Gewicht fällt. Probleme wie der Wassermangel in Chile werden beim Klimaradar von Eaternity nicht berücksichtigt. 

Kannst du gut auf Avocados verzichten?

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