Aktualisiert 21.10.2016 17:22

Patrick KüngDie scharfe Kritik des Abfahrts-Champions

Patrick Küng kritisiert zum Weltcup-Auftakt in Sölden den Internationalen Skiverband massiv. Die Vorwürfe des Schweizers sind happig.

von
fal
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Laute Worte: Patrick Küng ist mit dem Zustand des Weltcups nicht zufrieden. (Januar 2016)

Laute Worte: Patrick Küng ist mit dem Zustand des Weltcups nicht zufrieden. (Januar 2016)

Keystone/Peter Schneider
Sportliche Hausse: Küng wird nach seinem Abfahrts-Gold in den USA begeistert empfangen. (10. Februar 2015)

Sportliche Hausse: Küng wird nach seinem Abfahrts-Gold in den USA begeistert empfangen. (10. Februar 2015)

Keystone/Ennio Leanza
Ausgerechnet vor dem Start zur neuen Saison kritisiert Küng den Ski-Verband FIS scharf. Carlo Janka, Küng, Fabienne Suter und Lara Gut im Sonnenschein beim Gletschertraining in Saas-Fee. (26. September 2016)

Ausgerechnet vor dem Start zur neuen Saison kritisiert Küng den Ski-Verband FIS scharf. Carlo Janka, Küng, Fabienne Suter und Lara Gut im Sonnenschein beim Gletschertraining in Saas-Fee. (26. September 2016)

Keystone/Olivier Maire

Patrick Küng hat den alpinen Weltcup-Auftakt von morgen Samstag in Österreich verbal lanciert. Der Glarner Skifahrer bemängelt im alpinen Skizirkus die Vermarktung und zu niedrige Preisgelder.

Für die Vermarktung sei zu wenig getan worden, zudem müssten die Preisgelder angehoben werden, fordert der Abfahrts-Weltmeister. Dafür, dass «wir unser Leben und unsere Gesundheit riskieren», sei die Entlöhnung nicht angemessen, findet Küng. Er verlangt, dass die Preisgelder anzuheben sind und auf alle Starter verteilt werden sollen. «Dem Skifahrer muss etwas übrig bleiben, sonst würde man den Sport nicht mehr machen.»

Organisation wie beim Tennis

Der 32-Jährige wünscht sich ausserdem ähnlich wie im Tennis mit der ATP eine Organisation, welche die Athleten vertritt und Einfluss ausübt. «Aber die Skifahrer sind wahrscheinlich zu blöd, so etwas zu schaffen.» Man bringe nicht einmal alle Fahrer dazu, «ins gleiche Horn zu blasen und zu sagen: Ich starte oder nicht».

Im Zentrum von Küngs massiver Kritik steht die FIS, bei der im Bereich Vermarktung zuletzt nicht viel gegangen sei. «Wenn man die Skirennen von heute und vor zehn Jahren vergleicht, ist das doch immer noch das Gleiche. Die Fahrzeit rechts unten, zwei Kommentatoren und sonst sehen wir nicht viel mehr Effekte. Da gibt es in anderen Sportarten schon wesentlich mehr, was gezeigt wird.»

Die Kombination muss verschwinden

Küng verlangt zudem mehr Nachtrennen im Slalom und auch im Riesenslalom und mehr Rennen an Top-Orten wie Wengen, Kitzbühel oder Schladming. Auch ist der Glarner der Meinung, dass die Kombination «schon längst abgeschafft gehört».

Küng, der verletzungsbedingt seit Dezember kein Rennen mehr bestritten hat, tätigte diese inhaltlich gewiss nicht unberechtigten, teils jedoch wenig schmeichelhaften Aussagen bereits Ende Juli im Rahmen der «Road to St. Moritz 2017» eines Sponsors. Dabei unterhielt sich der Glarner im «Freien Fall», dem steilen Startabschnitt der WM-Abfahrt im kommenden Februar, mit der liechtensteinischen Skirennfahrerin Tina Weirather.

Anlässlich des Gesprächs unter zwei Athleten kritisierte auch Tina Weirather das FIS-Produkt Weltcup. Sie findet, dass «die Leute ein bisschen übersättigt sind, weil von Ende November bis Ende März an jedem Wochenende zwei bis drei Rennen» stattfänden. Stattdessen schlägt die Liechtensteinerin vor, «mal ein oder zwei Wochenenden komplett auszulassen. Ein Wochenende im Januar und eines im Februar. So würde man mehr Spannung erzeugen. Dass nicht einfach immer nur Skirennen kommen, sondern, dass man sich wieder darauf freut.»

Bildstrecke – die Schweizer Ski-Trümpfe dieser Saison:

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Sie ist die Königin des Schweizer Skizirkus: Lara Gut gewann in der vergangenen Saison die Kristallkugel in der Weltcup-Gesamtwertung. (20. März 2016)

Sie ist die Königin des Schweizer Skizirkus: Lara Gut gewann in der vergangenen Saison die Kristallkugel in der Weltcup-Gesamtwertung. (20. März 2016)

Keystone/Jean-Christophe Bott
Bereits in jungen Jahren erfolgreich: Die Tessinerin war 2008 mit 17 Jahren die bisher jüngste Siegerin eines Super-G-Weltcuprennens. (20. Dezember 2008)

Bereits in jungen Jahren erfolgreich: Die Tessinerin war 2008 mit 17 Jahren die bisher jüngste Siegerin eines Super-G-Weltcuprennens. (20. Dezember 2008)

Keystone/Karl Mathis
Ist nun zurück nach seiner Knieverletzung: Abfahrtsweltmeister Patrick Küng ist auf die Disziplinen Abfahrt und Super-G spezialisiert. (29. Juni 2016)

Ist nun zurück nach seiner Knieverletzung: Abfahrtsweltmeister Patrick Küng ist auf die Disziplinen Abfahrt und Super-G spezialisiert. (29. Juni 2016)

Keystone/Gian Ehrenzeller

(fal/sda)

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