Aktualisiert 25.06.2009 15:10

Opfikon ZHDie Scheidungshauptstadt der Schweiz

Die Zahl der Scheidungen hat sich seit 1970 verdreifacht. Dabei gibt es regionale Unterschiede - die höchste Scheidungsquote hat Opfikon ZH.

Diese Daten sind dem jüngsten Newsletter «demos» des Bundesamtes für Statistik zu entnehmen. Danach lag die Zahl der Scheidungen zwischen 1900 und etwa 1965 unter 5000. Dann wuchs sie - von 6400 (1970) auf 21 300 (2005).

In den letzten Jahren sank sie indes wieder auf unter 20 000. Bei anhaltendem Trend wird bald jede zweite Ehe geschieden. Waren die Scheidungen früher stark stigmatisiert und wurden als Misserfolg angesehen, so werden sie heute als Teil des Lebens akzeptiert, schreibt «demos». Allerdings spielten auch andere Rahmenbedingungen, etwa die soziale Stellung der Frau und das Scheidungsrecht, eine Rolle.

In der Schweiz wurden 2007 2,6 Scheidungen auf 1000 Einwohner gezählt. Im Europavergleich liegt die Schweiz vorne, nur die Belgier zeigen sich noch «scheidungsfreudiger». Innerhalb der Schweiz hatten 2007 der Kanton Neuenburg und die Zürcher Gemeinde Opfikon eine erhöhte Scheidungsquote - mit 3,5 respektive 5,3 Scheidungen auf 1000 Einwohner. Einen Grund für diese Unterschiede nennt «demos» nicht.

Auch längere Ehen sind nicht «Scheidungs-resistent»

Die Hälfte der Scheidungen finden in den ersten zehn Ehejahren statt. Am meisten wird nach dem «verflixten siebten Jahr» geschieden. Seit den Neunziger Jahren nehmen aber auch die Scheidungen von Ehen zu, die 20 Jahre und mehr gedauert haben. 1970 betraf nur jede zehnte Scheidung eine mindestens 20-jährige Ehe, 2007 war es jede dritte.

Allgemein nimmt die durchschnittliche Ehedauer bei der Scheidung zu. 1920 bis 1990 lag sie bei 10 bis 12 Jahren, heute bei 14,5 Jahren.

Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass binationale Ehen scheidungsanfälliger sind als Ehen zwischen Schweizerinnen und Schweizern. Seit 1991 stieg jedenfalls die Scheidungshäufigkeit bei solchen Ehen stärker an als bei Scheidungen zwischen rein schweizerischen Paaren. Allerdings brauche es hier vertiefte Studien, bevor definitive Schlüsse gezogen werden könnten, gibt «demos» zu bedenken.

(sda)

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