Libyen-Krise: «Die Schengen-Sperre war gerechtfertigt»

Aktualisiert

Libyen-Krise«Die Schengen-Sperre war gerechtfertigt»

Der spanische Aussenminister Moratinos war massgeblich an Max Göldis Freilassung beteiligt. Nun spricht er über die Verhandlungen – und erteilt der Visa-Sperre gegen Libyen den Segen.

von
job
Diplomatisch: Miguel Angel Moratinos

Diplomatisch: Miguel Angel Moratinos

Gemeinsam mit Micheline Calmy-Rey landete er in der Nacht auf Montag am Flughafen Zürich und brachte Max Göldi zurück in die Schweiz: der Spanische Aussenminister Miguel Angel Moratinos. Er hatte in der Libyen-Krise als Aussenminister von Spanien verhandelt, das zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

In der «NZZ» von heute äussert er sich Miguel Angel Moratinos zur Affäre Göldi: Er sieht die Schengen-Sperre der Schweiz gegen 150 Libyer als gerechtfertigt an. Die Mitglieder des Schengenraums hätten das Recht, die Erteilung von Visa an gewisse Personen zu verhindern. «Die Schweiz hat genau das getan, weil sie ihre nationale Sicherheit bedroht sah», sagt der Minister gegenüber der «NZZ».

Auch der König half

Die Rolle seines Landes in der Verhandlung mit Libyen schätzt er als wichtig ein. Spanien geniesse in den Ländern des Maghreb hohes Ansehen. «Das hat es uns erlaubt, offen und direkt mit den libyschen Behörden zu reden, um ihnen die Position der Schweiz verständlich zu machen.» Auch die Beziehungen des spanischen Königs hätten Wirkung gezeigt, deutete der Minister an.

Ansonsten gibt sich Moratinos im Interview zurückhaltend. Auf die Frage, ob er den Ärger der Schweiz über die zweijährige Festhaltung von Max Göldi verstehen könne, antwortet er: «Ich denke, meine Rolle als Vermittler erlaubt es nicht, Bewertungen dieser Art Vorzunehmen.»

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