FC St. Gallen 1879: «Die Schlinge am Hals steht ihm gut»
Aktualisiert

FC St. Gallen 1879«Die Schlinge am Hals steht ihm gut»

Am Sonntag gelang dem FC St. Gallen gegen Luzern der lang ersehnte Befreiungsschlag. Dennoch sieht Trainer Joe Zinnbauer noch Verbesserungspotenzial.

von
jeh
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Die Anspannung von FC St. Gallen-Trainer Joe Zinnbauer vor dem Spiel gegen den FC Luzern war gross.

Die Anspannung von FC St. Gallen-Trainer Joe Zinnbauer vor dem Spiel gegen den FC Luzern war gross.

Keystone/Nick Soland
Die Ostschweizer nutzten diesen Druck und...

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...und zeigten eine überzeugende Leistung.

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«Zinnbauer kann es offensichtlich nur, wenn er das Messer am Hals spürt» oder «Die Schlinge am Hals steht ihm gut», so heisst es im Forum des FC St. Gallen nach dem 3:0-Sieg gegen den FC Luzern am Sonntag. Im Vorfeld des Spiels war der FCSG noch Schlusslicht der Super League und Trainer Joe Zinnbauer stand gewaltig unter Druck. Längst hatten die Fans den Rücktritt des Trainers gefordert. «Nicht jeder Trainer stellt sich, nachdem alle gegen ihn sind und er sich ausrechnen kann, was er sich anhören darf, vor den Block. Dafür meinen Respekt. Trotzdem sollte er sich schnellstmöglich verziehen», hiess es zum Beispiel im Forum.

Doch mit einer starken Leistung und Durchhaltewille überzeugten die Ostschweizer am Sonntag im kybunpark auf der ganzen Linie. Ist das die Wende beim FC St. Gallen? Trainer Joe Zinnbauer relativiert: «Die Jungs haben eine eindrückliche Leistung gegen Luzern gezeigt. Darauf gilt es jetzt aufzubauen, denn dies ist auch nur eine Momentaufnahme.» Dennoch freut sich der Trainer über den Sieg vom Sonntag. «Es ging in dem Spiel gegen Luzern aber nicht um meine Person, sondern darum, drei Punkte zu holen.»

Kritik gehört zum Geschäft

Joe Zinnbauer ist nicht unumstritten, auch wenn die Club-Leitung ihm stets das Vertrauen aussprach. «Wir sehen tagtäglich, wie er mit seinem Staff mit der Mannschaft arbeitet. Alle machen einen guten Job, die Mannschaft zieht voll mit und von daher gab und gibt es keinen Grund, den Trainer in Frage zu stellen», sagt Klub-Präsident Dölf Früh. Dennoch verlange man vom Trainer-Staff und von der Mannschaft, dass der Schwung aus dem Luzern-Spiel mitgenommen und die positive Entwicklung fortgesetzt wird.

Den Gegenwind seitens der Fans und der Medien hat auch Mediensprecher Daniel Last zu spüren bekommen. «Der mediale Druck war sicherlich höher als in Phasen, in denen es gut läuft», so Last. Aber das sei normal und gehöre genau so zum Geschäft dazu wie ein leidenschaftliches Umfeld, das sich Erfolge wünscht. «Wir akzeptieren, wenn unsere Fans schlechte Leistungen anprangern. Die Frage ist einfach, wie die – teils berechtigte Kritik – geäussert wird», sagt Last. Im Misserfolg würde leider viel zu schnell weit unter der Gürtellinie agiert. Aber das seien dann in der Regel auch nicht die «echten» Fans.

Die nächste Möglichkeit, die Fans von sich und der Mannschaft zu überzeugen, hat Joe Zinnbauer nach der Nati-Pause am 11. September im Heimspiel gegen Lugano. «Wir wollen gegen den FC Lugano nachlegen. Die Chancenauswertung können wir sicher noch verbessern, aber grundsätzlich gilt es auf der guten Leistung aufzubauen», sagt der Deutsche.

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