Es ist wieder kalt: Die schneereichen Winter sind zurück
Aktualisiert

Es ist wieder kaltDie schneereichen Winter sind zurück

Kälte und viel Schnee: In den letzten Jahren haben die Schweizer auch im Flachland «richtige Winter» erlebt. Die Klimatologen bestätigen den Trend zu mehr Schnee, er sei aber nur vorübergehend.

von
A. Hirschberg

So viel Schnee wie diesen Winter gab es schon lange nicht mehr. Der Winter 2013 hat in Sachen Schneemengen die letzten 40 Jahre übertroffen. Dieser Rekord kommt nicht von ungefähr und zeigt einen Trend auf. «Die Temperaturen sind wieder in den Bereich jener der 80er-Jahre zurückgekehrt», sagt Klimatologe Stephan Bader von Meteo Schweiz. In den 90er-Jahren habe es zahlreiche herbstlich warme Winter gegeben. «Jetzt sind sie wieder kalt und schneereich», so Bader.

Kritiker der Klimaerwärmung dürfen sich aber nicht bestätigt fühlen. «Die Frühlings- und Sommermonate werden stetig wärmer», sagt Bader. Nur im Winter gebe es eine Stagnation. Eine einfache Begründung dafür gebe es nicht, sondern nur Erklärungsansätze.

Die Klimaerwärmung ist schuld

Gemäss einem Klimamodell könnte gerade die Klimaerwärmung für die kalten, schneereichen Winter verantwortlich sein. Dieses besagt, dass es in der Schweiz besonders kalt und schneereich ist, wenn das Eis am Nordpol besonders stark schmilzt. «Der wärmere Nordpol führt zu einer Veränderung der Luftströme», sagt Bader. Es komme vermehrt vor, dass kalte, feuchte Luft von Grönland her in Richtung Schweiz ströme. «Bei uns sinkt dann die Temperatur und es schneit viel», so Bader.

Gemäss Stefan Brönnimann, Professor für Klimatologie an der Uni Bern, könnten auch die Ozeane für die schneereichen Winter der letzten Jahre verantwortlich sein. Deren Schwankungen, vor allem die des Atlantiks, seien träge. Deshalb seien die Winter über mehrere Jahre hinweg ähnlich bezüglich Temperaturen und Schnee.

Es kommen noch mehr kalte Winter

Eine weitere Theorie gibt gemäss Brönnimann dem 11-jährigen Sonnenzyklus die Schuld für die kälteren Winter. «Derzeit sollten wir uns in der heissen Phase befinden, aber die Sonne ist deutlich weniger aktiv als bei den letzten beiden Maxima.» Und: Das Minimum vor vier Jahren war besonders tief. Klimatologen rechnen damit, dass die Aktivität gering bleibt.

Klimatologe Heinz Wanner von der Uni Bern rechnet darum damit, dass uns noch mehrere sehr kalte Winter mit viel Schnee bevorstehen.

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