Die Schönwetterpolizisten von der Bike Police
Aktualisiert

Die Schönwetterpolizisten von der Bike Police

Nach Basel setzt nun auch Zürich Velopolizisten ein. Diese Polizisten werden als wendig und effizient angepriesen. Alles gut und recht, doch die Erfahrung in Basel zeigt: Bikepolizisten sind wasserscheu.

In der Stadt Zürich hat heute die Bike Police ihren Dienst aufgenommen. Acht Frauen und 34 Männer werden künftig einen Teil ihrer Patrouillentätigkeit mit dem Velo ausüben.

Dieses Szenario kennt man aus Basel. Vor rund zehn Jahren wurde dort mit grossem medialem Brimborium die erste Bikepatrol auf Streife geschickt. Die Bike-Polizisten sollten mit den Velofahrern und Fussgängern in Kontakt treten und näher am Bürger sein. Nach einem Jahr verkündete man den grossen Erfolg der Bikepatrol, zehn Verhaftungen habe man vorgenommen unzählige Verkehrssünder gebüsst. Die Polizei zeichnete das Bild einer knallharten Bikertruppe, nach dem Vorbild der Bike Cops aus der Fernseh-Serie «Pacific Blue».

Winter ist, wenn...

Danach ist es ruhig geworden um die Basler Bikepatrol. Der Basler Velokurier Roman Glaus vom Kurierdienst Metro weiss: «Bei Regen sieht man die nicht.» Die Schönwetterbiker der Basler Polizei seien auch nicht sehr oft unterwegs. «Ich schätze die haben zwei bis drei Schichten pro Woche à zwei Mann draussen», sagt Glaus.

Klaus Mannhart, Sprecher der Basler Polizei gibt zu, dass die Einsätze der Bikepatrol wetterbedingt sind. Zwar seien «die Bikepatrol-Patrouillen immer unterwegs.» Dennoch gebe es kleine Ausnahmen. Nämlich: «Im Winter. Und wenn es Katzen hagelt.» Die Dauer des Winters, während dessen man sich vor den schnellen Bikepolizisten nicht zu fürchten braucht, ist klar umrissen. «Wann der Winter anfängt und aufhört, ist nicht vom Datum abhängig, sondern Winter ist, wenn es Schnee oder Eis hat», sagt Mannhart.

Keine Bussen bei Schnee

Heute um 13 Uhr sind auch die Zürcher Bikepolizisten das erste Mal ausgerückt. Bei strömendem Regen radelten drei Zweierpatrouillen durch Zürcher Parks und Wohnquartiere. Man könnte meinen, die Zürcher Bikepolizisten seien hartgesottener als ihre Basler Kollegen. Polizeisprecher Adrian Feubli dämpft die Erwartungen: «Man muss schon wetterabhängig entscheiden, ob es überhaupt Sinn macht, Polizeidienst mit dem Velo zu erledigen.» Und: «Wenn es einen halben Meter Schnee hat, dann sieht man keinen Velopolizisten fahren. Dann sehen sie aber auch sonst niemanden fahren.» Ausser natürlich den Zürcher Kollegen von Velokurier Roman Glaus. Sie wissen: Wenn es Winter ist oder «Katzen hagelt» haben sie von der Bike Police nichts zu befürchten.

Maurice Thiriet, 20minuten.ch

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