Momo, Santa und Co.: Die schräge Welt der Whatsapp-Kettenbriefe
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Momo, Santa und Co.Die schräge Welt der Whatsapp-Kettenbriefe

Regelmässig kursieren auf dem Messenger seltsame Nachrichten. Die meisten sind lediglich als Spass gedacht, einige können aber auch gefährlich sein.

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swe
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Diese Nachricht erhalten derzeit viele Whatsapp-Nutzer in der Schweiz. Es geht darum, ein Rätsel zu lösen.

Diese Nachricht erhalten derzeit viele Whatsapp-Nutzer in der Schweiz. Es geht darum, ein Rätsel zu lösen.

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Als Strafe für das falsche Beantworten sollen die Nutzer drei Tage lang ein Bild des Dabbing Santa Claus als Profilbild verwenden.

Als Strafe für das falsche Beantworten sollen die Nutzer drei Tage lang ein Bild des Dabbing Santa Claus als Profilbild verwenden.

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Im Jahr 2016 kursierte bei deutschen Schülern ein Kettenbrief mit einer Morddrohung in Form einer Spachnachricht. «Hi, ich bin Nico und neun Jahre alt», scheppert eine Stimme aus dem Smartphone, «und mein Gesicht ist voller Blut.» Der Absender der unheimlichen Whatsapp-Botschaft forderte den Hörer auf, die Nachricht innert 20 Minuten an mindestens 20 Freunde weiterzuleiten. «Sonst komme ich um Mitternacht zu dir und bringe dich um», drohte die Stimme.

Im Jahr 2016 kursierte bei deutschen Schülern ein Kettenbrief mit einer Morddrohung in Form einer Spachnachricht. «Hi, ich bin Nico und neun Jahre alt», scheppert eine Stimme aus dem Smartphone, «und mein Gesicht ist voller Blut.» Der Absender der unheimlichen Whatsapp-Botschaft forderte den Hörer auf, die Nachricht innert 20 Minuten an mindestens 20 Freunde weiterzuleiten. «Sonst komme ich um Mitternacht zu dir und bringe dich um», drohte die Stimme.

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Wenn du diesen Artikel nicht zu Ende liest, werden wir dich verfolgen, und wenn du ihn nicht an deine Freunde weiterleitest, müssen diese sterben. So ähnlich sind viele Kettenbriefe aufgebaut. Das Prinzip ist immer das gleiche: Auf keinen Fall soll der Weiterversand unterbrochen werden, und bei Nichtbeachtung wird mit dramatischen Folgen gedroht.

So geht seit kurzem etwa ein Weihnachtsrätsel auf Whatsapp herum. Dieses ist absichtlich vage gehalten, und wer es falsch löst, soll sein Profilbild ändern. Dahinter könnte eine Masche stecken mit dem Ziel, die Teilnehmer abzuzocken, da das Bild angeblich urheberrechtlich geschützt ist.

Gruselige Nachrichten

Es ist nicht der erste Kettenbrief in diesem Stil. Im Sommer ging beispielsweise jener mit der gruseligen Figur Momo herum. Dabei handelte es sich angeblich um ein Mädchen, das vor drei Jahren von einem Auto totgefahren wurde. Momo droht dem Empfänger, um Mitternacht in seinem Zimmer zu stehen, sofern er die Nachricht nicht an 15 Kontakte weiterleite.

Dass damit nicht zu spassen ist, zeigte ein Fall aus Frankreich. Die Challenge soll einen 14-Jährigen gar in den Freitod getrieben haben. In einem Interview mit 20 Minuten erklärte Michael In Albon, Jugendmedienschutz-Beauftragter der Swisscom, dass es fahrlässig sei, solche Kettenbriefe weiterzuleiten.

Was tun?

Bei Nachrichten – wie etwa solchen Kettenbriefen –, die einem dubios erscheinen, sollte man vorsichtig sein und den Aufforderungen oder Anweisungen auf keinen Fall folgen, besonders dann, wenn man den Absender nicht kennt. Das Beste ist es, solche Nachrichten einfach zu löschen und sie nicht weiterzuleiten. Zudem sollte man keine Links anklicken oder Anhänge öffnen, da sich dahinter Viren oder Schadsoftware verbergen könnten.

In der Regel geht es bei solchen Kettenbriefen darum, Mitteilungen zu verbreiten, persönliche Daten zu sammeln oder einfach darum, Menschen abzuzocken. Wer unsicher ist, kann sich über solche Kettenbriefe auf der darauf spezialisierten Website Tweetweather.de oder auf Mimikama.at informieren.

Häufig werden die Teilnehmer mit einer Belohnung gelockt, wobei diese Art eines Kettenbriefs eher an ein Schneeballsystem erinnert. Aber auch Phänomene wie beispielsweise die Ice Bucket Challenge, die vor rund vier Jahren im Netz kursierte und die Empfänger zum Mitmachen verdonnerte, gehören theoretisch in diese Kategorie.

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