04.07.2014 12:24

Schlimmer geht immer

Die schrägsten Wimbledon-Outfits

Weiss, weiss, weiss: Der Dresscode in Wimbledon ist fast so wichtig wie die Leistung auf dem Platz. Kein Wunder, lassen sich die Tennis-Stars etwas einfallen, um aufzufallen.

von
als

Als Paradiesvogel Andre Agassi 1991 in Wimbledon nach vierjähriger Abstinenz erstmals wieder antrat, staunten die Zuschauer: Der Mann, dessen Markenzeichen die neonfarbenen Shorts, Schuhe und Haarbänder sowie seine wilde Vokuhila-Mähne waren, erschien in Weiss - von Kopf bis Fuss. Die «Fast ausschliesslich weiss»-Regel war dem US-Amerikaner zuvor ein Dorn im Auge gewesen, so dass er unter anderem aus diesem Grund von 1987 bis 1991 eine Pause in Wimbldeon eingelegt hatte.

Obwohl die Vorschriften in den vergangenen Jahren etwas gelockert wurden - ein paar Tennis-Ladys tragen unter ihrem Kleid etwa farbige Shorts oder Rafael Nadal hatte heuer eine rote Uhr um sein Handgelenk -, findet Roger Federer, dass der Dresscode noch immer zu strikt angewendet wird. Dies hat er jüngst erneut betont. 2013 musste er sein Schuhwerk wechseln, weil seine Nike-Treter eine orangefarbene Sohle hatten. Ein Jahr vor Federer erwischte es Radek Stepanek, dessen Schuhe mehrfarbig waren.

Federer: Der Outfit-King von 2006 bis 2009

Weil das Regelwerk derart engstirnig ist, lassen sich die Tennis-Stars und ihre Ausrüster immer mal wieder etwas Aussergewöhnliches einfallen. So gaben Federers Auftritte 2006, 2007, 2008 und 2009 auch wegen seiner Outfits zu reden. 2006 war es bloss ein Blazer, 2007 dann ein Gesamtkunstwerk - inklusive Tasche und langen Hosen für den Einmarsch auf dem Centre Court. 2008 erschien der Rasenkönig dann in einem klassischeren Look. Strickjacke anstatt Blazer lautete das Motto, was im Vergleich zu früher eher schlicht daherkam. 2009 trauten sich Federer und Nike dann wieder mehr. Der Maestro tauchte unter anderem mit einer nicht zu knapp mit Gold bestückten Tasche auf.

Es liegt auf der Hand, dass die Damen outfitmässig in der Vergangenheit mehr über die Stränge geschlagen haben. In den letzten 15 Jahren waren die Augen stets auf Venus Williams gerichtet, wenn die US-Amerikanerin für ihren ersten Auftritt den heiligen Rasen betrat, aber auch ihre Schwester Serena wusste stets aufzufallen. Beide haben die Regeln jeweils bis aufs Letzte strapaziert. Der Kanarienvogel war aber ihre Landsfrau Bethanie Mattek-Sands vor drei Jahren, als sie mit einer mit weissen Tennisbällen und Nieten bestückten Jacke auftauchte. Oder Anne White, ebenfalls aus den USA. Sie trat 1985 in einem hautengen Ganzkörperanzug an.

Auch für Zuschauer gibt es Regeln

Den Fans wird geraten, nicht in Jeans, Flip-Flops, Kapuzenpullis oder extrem kurzen Röcken aufzutauchen, um sicher zu gehen, den Court betreten zu dürfen. Unter dem Motto «No riff-raff please, we're Wimbledon» (kein Gesindel, wir sind Wimbledon) wurde 2012 erstmals ein Guide für Zuschauer im All England Tennisclub erstellt.

Dieser wird wohl aber nicht so strikt angewendet. Sonst hätten die Organisatoren Fans von Rafael Nadal diese Woche keinen Eintritt gewährt. Was in Australien, New York und Paris geht, ist in Wimbledon ein No-Go. Sie feuerten den Spanier in gelben Shirts (mit Buchstaben versehen), farbigen Stirnbändern (mit Fähnchen) und bemalten Wangen an. Witzig: Der sechste Fan im Bunde, der mit dem zweiten A auf der Brust, fehlte. Ganz links stand einer mit der Aufschrift «Vamos», neben ihm war aber nur ein N-A-D-L zu sehen.

Was sich die Tennis-Stars in den vergangenen Jahrzenten sonst alles ausgedacht haben, um in Wimbledon die Blicke auf sich zu ziehen, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

Fehler gefunden?Jetzt melden.