«Waltz with Bashir»: Die Schrecken des Libanonkrieges
Aktualisiert

«Waltz with Bashir»Die Schrecken des Libanonkrieges

Ein Jahr nach «Persepolis» ist ein weiterer ungewöhnlicher Trickfilm auf DVD zu haben: «Waltz with Bashir» ist der erste ani­mierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge.

von
Philippe Zweifel

Regisseur Ari ­Folman spürt darin der Zeit seines Wehrdiensts nach, der ihn 1982 in den Libanonkrieg führte, wo er Zeuge des berüchtigten Massakers von ­Sabra und Schatila wurde. Bei diesem töteten christliche ­Milizionäre palästinensische Flüchtlinge – und die israelische Armee schaute zu.

Basierend auf den von Folman geführten Gesprächen mit seinen Kriegskameraden werden die Ereignisse im ­Libanon, an die sich die Interviewpartner erinnern, sowie die Albträume, die sie seit den Tagen des Krieges heimsuchen, vor den Augen des Publikums ausgebreitet. Der viel gelobte und Oscar-nominierte Film endet mit einem gleitenden Übergang von Zeichentrickszenen der verzweifelten, weinenden Hinterbliebenen zu Original-Filmaufnahmen, wobei Doku-Bilder der Ermordeten des Massakers gezeigt werden.

Kein Zweifel: Ari Folman hat einen autobiographischen Animationsfilm vorgelegt, der avantgardistischer ist als das Gesamtwerk der Pixar-Studios und brisanter als alle Politthriller der letzten Jahre zusammen. Ein persönlicher Kriegsfilm, der tief unter die Haut geht.

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