Streit ums Erbe: Die schrecklich gierigen Mandelas
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Streit ums ErbeDie schrecklich gierigen Mandelas

Rund um den todkranken Nelson Mandela ist ein ehrloser Streit um das millionenschwere Erbe entbrannt. Zwei seiner Töchter haben gegen den eigenen Vater Klage eingereicht.

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Ärger mit den Töchtern: Makaziwe (links) und Princess Zenani haben Klage gegen Vater Nelson Mandela eingereicht.

Ärger mit den Töchtern: Makaziwe (links) und Princess Zenani haben Klage gegen Vater Nelson Mandela eingereicht.

Nelson Mandela ist seit Monaten gesundheitlich stark angeschlagen. Der «Vater des modernen Südafrikas» wird im kommenden Juli 95 Jahre alt. Hinter vorgehaltener Hand wird gar von einer «fortschreitenden Demenz» gemunkelt, obwohl das offiziell niemand bestätigen will. Angesichts der jüngsten Rechtsstreitigkeiten um das Familienvermögen wäre es allerdings vielleicht auch besser, wenn Mandela nicht viel davon mitbekommen würde.

Seit Jahren wird der Name «Mandela» ausgebeutet. Tochter Makaziwe aus Mandelas erster Ehe betreibt das Wein-Label «House of Mandela». Eine Flasche kostet bis zu 484 Rand, umgerechnet 50 Franken. Ihre Halbschwester Princess Zenani, aus Mandelas zweiter Ehe mit Winnie, betreibt das Kleiderlabel «Long Walk to Freedom», unter welchem T-Shirts und Kapuzenpullover mit dem Konterfei und der Häftlingsnummer 46664 ihres berühmten Vaters verkauft werden. Andere Angehörige versuchen mit Postern, Souvenirs oder Kunstgegenständen, die Mandelas Unterschrift tragen, den Namen Mandelas zu kommerzialisieren.

Es geht um 1,6 Millionen Franken

Im US-Fernsehen läuft zudem die Reality-Show «Being Mandela», in der die zwei hübschen Mandela-Enkelinnen Zaziwe und Swati als Hauptdarstellerinnen auftreten. Die jungen Frauen machen auf Paris Hilton und benehmen sich wie reiche Diven. Sie beklagen sich, dass man von Menschen mit dem Namen Mandela zu viel verlange. Dass es mit Medien viel Geld zu verdienen gibt, weiss offenbar auch der 38-jährige Enkel Mandla Mandela. Der ANC-Abgeordnete soll einem südafrikanischen Zeitungsbericht zufolge im Heimatort seines noch nicht verstorbenen Grossvaters die TV-Rechte für die Beerdigung für 375'000 Franken ans Fernsehen verkauft haben.

Dieser Tage spitzen sich die juristischen Auseinandersetzungen der 60-jährigen Makaziwe und der 54 Jahre alten Zenani mit Vater Nelson zu: Die Frauen wollen sich gerichtlich Zugang zu zwei der insgesamt 24 millionenschweren Mandela-Stiftungen verschaffen. Zusammen sollen diese rund 1,6 Millionen Franken wert sein. Sie fordern dazu die Aufhebung eines Urteils aus dem Jahr 2004. Darin wurde Mandelas ehemaligem Anwalt Ismail Ayob alle Vollmacht über dessen Güter und Vermarktungsrechte entzogen.

Vorwurf ist «unsinnig»

Wie die Zeitung «The Star» schreibt, war Ayob der einzige Direktor einer ganzen Reihe von Vermögensfonds, mit denen Mandela die Ausbildung seiner Familienmitglieder finanzieren wollte. Vor etwa zehn Jahren übertrug Mandela jedoch diese Geschäfte auf drei enge Vertraute. George Bizos hatte Mandela als Anwalt einst vor der Todesstrafe in den Rivonia-Prozessen bewahrt, der heutige Wohnungsbauminister Tokyo Sexwale war wie Mandela auf der Gefängnisinsel Robben Island inhaftiert und der Treuhänder Bally Chuene vertritt Mandela im Streit mit seinen Töchtern.

Vergangene Woche reichte Anwalt Chuene am High Court in Johannesburg einen Schriftsatz ein, wonach sein Mandant sich die Einmischung seiner Töchter in seine Geschäftsangelegenheiten verbittet. Es sei offensichtlich, dass Makaziwe und Zenani Mandela «heimlich und mit der Unterstützung von Herrn Ayob» versucht hätten, sich die Kontrolle über den Mandela-Fonds zu sichern, schrieb Chuene. «Dies geschah gegen den Willen von Herrn Mandela und auch gegen die Bestimmungen des Treuhandvertrags.»

Die Frauen hatten in ihrer Klage behauptet, die drei Männer würden «nicht im Interesse der Familie handeln». Bally Chuene behauptet dagegen, die Töchter hätten es auf das Vermögen abgesehen, das ihr Vater eigentlich für die Bildung mehrerer Generationen der Familie vorgesehen habe. Makaziwe Mandela wehrte sich in einem Interview mit der «Sunday Times»: «Der Vorwurf, wir seien gierig, ist einfach nur Unsinn», meinte sie.

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