Naturpark-Besetzer: Die schrecklich rechte Familie Bundy
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Naturpark-BesetzerDie schrecklich rechte Familie Bundy

Tagelang hält eine Bürgerwehr in Oregon die Verwaltung eines Naturschutzgebiets besetzt. Zentrale Figuren: Cliven Bundy und seine Söhne.

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Rund 150 bewaffnete Mitglieder einer Bürgerwehr verschanzten sich am Wochenende in Gebäuden des Parks Malheur National Wildlife Refuge in Oregon. Ihr offizielles Ziel: die «ungerechte» Verurteilung zweier Rancher zu verhindern. Was steckt wirklich dahinter?

Der Anführer der rechten Miliz heisst Ammon Bundy. Der Familienname ist Programm: Die Bundys stehen seit fast 30 Jahren in Konflikt mit Washington – vor allem über Weiderechte. Familienoberhaupt Cliven Bundy (68), Vater von 14 Kindern und Grossvater von 52 Enkelkindern, wirft der US-Regierung vor, dass sie das Volk unterdrücke und den Menschen Land und Rohstoffe vorenthalte. Die Rolle des Staats sieht er grundsätzlich kritisch und verlangt, dass staatliches Land den Kommunen und den dortigen Bürgern ohne Aufsicht der Bundesregierung zur Nutzung überlassen wird.

Eine klare Aussage, um Cliven Bundy kennenzulernen

Der Rancher ist seit Jahren eine äusserst umstrittene Figur. So meinte Cliven Bundy unter anderem im April 2014, dass «Schwarze besser als Sklaven» leben sollten anstatt «mit Sozialhilfe vom Staat». Schliesslich hätten «die Schwarzen früher gelernt, wie man Baumwolle pflückt, heute nicht einmal das. Sie sitzen jetzt nur noch herum und haben gar nichts zu tun» (siehe Video unten).

Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm: Seine Söhne – zuvorderst Ammon und Ryan – stehen ihrem Vater in Sachen Provokation in nichts nach. Am Sonntag sagte Ammon Bundy in einem Interview mit dem Radiosender KOIN6, der Protest sei «gut durchdacht worden. Wir sind die Speerspitze und wenn nötig harren wir auch jahrelang aus.» Seine Bürgerwehr habe «keine Absicht zu schiessen, solange die anderen nicht auf uns schiessen».

Dass seine Männer zu allem entschlossen sind, lässt die Aussage eines seiner Milizionäre erkennen: «Wir sind nicht gekommen, um zu schiessen, sondern um zu sterben», meinte ein Mann, der sich Captain Moroni nennt, gegenüber «The Daily Beast». Begleitet wurde er von einem anderen, der ein T-Shirt mit der Aufschrift «F*ck Islam» trug.

Nicht alle Farmer mögen die Bundys

Der Bundy-Clan steht im Kampf gegen die Bundesregierung nicht allein. Zwei weitere rechtsextreme Milizen – The Oath Keepers und The Three Percentage – sympathisieren mit ihnen. Auch sie glauben, dass die Regierung «ihre Waffen gegen das amerikanische Volk richten» werde und dass sie es «dagegen beschützen müssen».

Die Bundys geben an, sich für die Rechte der Rancher in Oregon, Nevada und Texas einzusetzen. Doch längst nicht alle Farmer sind damit einverstanden. Einige kamen am Wochenende mit Schildern, um sich von der Protestaktion des Bundy-Clans zu distanzieren: «Wir wollen hier kein Bundy-Kalifat. Bringt euren Hass woanders hin» oder «Milizen, geht nach Hause».

Auch die beiden Farmer Dwight and Steven Hammond, deren Verurteilung der offizielle Anlass für die aktuelle Besetzung der Naturreservatsgebäude waren, distanzieren sich von den Besetzern: «Weder Ammon Bundy noch irgendjemand dieser Gruppe sprechen für die Hammond-Familie», erklärte ihr Anwalt gegenüber den Medien. Seine Klienten hatten derweil ihre Strafe angetreten.

«Schwarze hatten es als Sklaven besser», sagte Cliven Bundy im April 2014. (Video: Youtube/Allen Gwinn)

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