Aktualisiert 24.07.2018 15:56

Von wegen autofrei

Die Schützenmatte ist noch immer ein Parkplatz

Die Parkfeld-Markierungen auf der Berner Schützenmatte sind verschwunden, der Parkscheinautomat auch – aber die Autos sind geblieben.

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20m
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Seit dem 16. Juli dürfen Normalbürger auf der Schützenmatte keine Fahrzeuge mehr parkieren – dennoch wird der Platz noch immer als Parkplatz genutzt.

Seit dem 16. Juli dürfen Normalbürger auf der Schützenmatte keine Fahrzeuge mehr parkieren – dennoch wird der Platz noch immer als Parkplatz genutzt.

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Jedoch nicht mehr lange: Bereits am Donnerstag startet der Aufbau für das «No Borders No Nations»-Festival.

Jedoch nicht mehr lange: Bereits am Donnerstag startet der Aufbau für das «No Borders No Nations»-Festival.

Florian Spring
Dann geht es mit dem Neustadt-Lab weiter.

Dann geht es mit dem Neustadt-Lab weiter.

Keystone/Peter Klaunzer

Seit dem 16. Juli dürfen Normalbürger auf der Schützenmatte keine Fahrzeuge mehr parkieren. 142 Parkfelder wurden entfernt und das Areal somit zum grossen Teil als autofrei deklariert. Ausnahmen bilden lediglich einige Plätze für Reisecars, Taxis und Handwerker. Trotzdem wird auf dem Perimeter heiter weiter parkiert, wie die «Berner Zeitung» schreibt.

«Verbot ist mir egal»

Ein Augenschein von 20 Minuten am Dienstag bestätigte dies. Auf dem Platz standen etliche PWs, regelmässig wurden neue abgestellt: «Ich dachte, die Parkfeldmarkierung werde möglicherweise nur erneuert. Das Verbotsschild habe ich nicht gesehen», sagt eine junge Frau, die am Dienstagmittag ihren VW Golf hinstellt. Ein Fahrer, der ebenfalls parkiert, ist deutlicher: «Das Verbot ist mir egal. Solange der Platz nicht genutzt wird, gehe ich sicherlich nicht in ein teures Parkhaus.» Das neue Parkverbot sei ohnehin schlecht zu erkennen.

Dieses Argument würde bei einer allfälligen Polizeikontrolle jedoch nicht gelten: «Dort, wo ein Park- oder Halteverbot signalisiert ist, müssen Lenkende, die ihr Fahrzeug abstellen, mit einer Busse rechnen», heisst es bei der Kantonspolizei Bern. Dies gelte auch für die Schützenmatte.

Die Kultur kommt ins Rollen

Weil die Stadt auf weitere bauliche Massnahmen verzichten will, ist ein Ende der wilden Parkiererei nicht in Sicht – allerdings nur bis Donnerstag. Denn ab dann wird es auf der Schützenmatte keinen Platz mehr für jegliche Fahrzeuge haben: Die Reitschüler starten an diesem Tag mit dem Aufbau des «No Borders No Nations»-Festivals, das auf dem Platz am Freitag und Samstag über die Bühne geht. Am Sonntag wird dann die Festival-Infrastruktur abgebaut. Der Platz steht jedoch nur wenige Stunden leer, denn am Montag startet bereits der Aufbau für das Neustadt-Lab, das von August bis September stattfindet. Ab Oktober beginnt dann die dreijährige Zwischennutzung der «Schütz», wie diese genau aussieht, steht jedoch noch in den Sternen.

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