Lernende in Weinfelden TG sind enttäuscht, dass es keine Abschlussfeier gibt.
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Enttäuschung in Weinfelden TG«Die Schule ist einfach faul»

Die Schüler und Schülerinnen des Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales in Weinfelden sind enttäuscht, dass ihre Abschlussfeier abgesagt wurde.

von
Alexandra Maria-Victoria Andrist
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Die lernenden Fachangestellten Gesundheit (FaGe) des Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales (BFGS) in Weinfelden sind wütend, nachdem sie erfahren haben, dass ihre Abschlussfeier abgesagt wurde.

Die lernenden Fachangestellten Gesundheit (FaGe) des Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales (BFGS) in Weinfelden sind wütend, nachdem sie erfahren haben, dass ihre Abschlussfeier abgesagt wurde.

Privat
Grund der Absage: Corona, Planungsunsicherheit und Pandemiebestimmungen. 

Grund der Absage: Corona, Planungsunsicherheit und Pandemiebestimmungen.

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Nach dem Ablegen der praktischen Prüfungen kam die Absage der Diplomfeier. 

Nach dem Ablegen der praktischen Prüfungen kam die Absage der Diplomfeier.

20min/François Melillo

Darum gehts

  • Das Bildungszentrum für Gesundheit und Soziales hat die diesjährige Abschlussfeier abgesagt.

  • Die Lernenden sind wegen dem Entscheid enttäuscht.

  • Als Alternative erhalten die Lernenden ein Geschenk per Post.

  • Die Schüler und Schülerinnen werfen der Schulleitung eine mangelnde Bereitschaft vor.

Die lernenden Fachangestellten Gesundheit (FaGe) des Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales (BFGS) in Weinfelden TG sind wütend, nachdem sie erfahren haben, dass ihre Abschlussfeier abgesagt wurde. Als Grund wurde die Planungsunsicherheit wegen der anhaltenden Covid-19-Pandemie angegeben. Dies, nachdem die Lernenden in ihrem Beruf stark von der Pandemie betroffen waren und sich oft selbst um Covid-Patienten kümmerten.

Zudem mussten sie unter erschwerten Bedingungen ihre praktischen Prüfungen ablegen. «Nun endet unserer Fleiss in bitterer Enttäuschung», sagt eine Lernende. «Kurz nachdem alle Lernenden ihre internen praktischen Prüfungen absolviert hatten, kam plötzlich und knallhart die Absage der Diplomfeier.» Für die Lernenden sei es eine bittere Pille, die sie schlucken müssen.

Doch die angehenden Fachangestellten Gesundheit wollen es sich nicht einfach so bieten lassen. Sie wissen von anderen Schulen, die eine Abschlussfeier durchführen. «Das ist ja auch kein Problem, schliesslich wären ab Juli Grossveranstaltungen mit 3000 Personen erlaubt», so die Lernenden. Es müsste aber Schutzkonzept ausgearbeitet werden. «Doch dafür war die Schule zu faul», resümieren die Lernenden.

Grosse Enttäuschung

Sie sind enttäuscht, dass die Schule keine Mühe zur Ermöglichung der Abschlussfeier leistet und nicht angemessen auf die Petition antwortet, die von 150 Schülerinnen und Schülern unterzeichnet wurde. Sie erhielten lediglich eine E-Mail, in der es hiess, dass sie per Post ein Geschenk erhalten würden sowie einen Link, der zu Videobotschaften mit Würdigungen führt. Zudem wurde ein Hashtag kommuniziert, unter welchem jede und jeder Bilder seiner Feier im Betrieb oder zu Hause taggen kann.

Die Schüler und Schülerinnen haben eine Alternative vorgeschlagen: Eine Feier im kleineren Rahmen, zum Beispiel nur klassenweise. Doch darauf wurde offenbar nicht eingegangen. Dazu kommt, dass die Schule selbst noch vergangenen Herbst grosse Veranstaltungen durchgeführt hatte, zum Beispiel einen Kinotag im September für die gesamte Schule – ohne Schutzmasken, ohne Abstand.

Trotz der hektischen Zeit im Gesundheitswesen hätten alle Studenten und Studentinnen ihre praktischen Aufgaben erfüllt. Den Schülern und Schülerinnen wurde von der Schulorganisation persönlich zugesichert, dass alles daran gesetzt wird, dass das Qualifikationsverfahren, ohne jegliche Ausnahme, stattfinden wird. Dies erstreckte sich jedoch nicht auf die Abschlussfeier.

Verantwortliche verweisen auf Planungsaufwand

Gegenüber 20 Minuten antwortet die Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales Thurgau, dass ihre Abschlussfeiern mit 600 bis 800 Teilnehmern grosse Veranstaltungen seien. «Diese erfordern eine entsprechende Vorlaufzeit und eine intensive Planung und Organisation», sagt Susanne Niedermann, Geschäftsleiterin der OdA GS. Wegen den pandemiebedingten Restriktionen und er damit verbundenen Planungsunsicherheit musste man sich früh gegen die übliche Form der Feier entscheiden.

Die Geste der Wertschätzung der Ausbildungsabschlüsse sei der OdA GS Thurgau jedoch ein grosses Anliegen. Man habe sich deshalb für eine alternative Form der Feier entschieden, um die Ausbildungsabschlüsse entsprechend zu würdigen. «Natürlich hoffen wir, dass die pandemiebedingten Einschränkung nächstes Jahr eine Feier im gewohnten Stil wieder möglich machen.», so Niedermann.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

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