Verpfiffen: Die Schummel-Spatzen von Kastelruth
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VerpfiffenDie Schummel-Spatzen von Kastelruth

Skandal in der idyllischen Bergwelt der Volksmusik: Die Kastelruther Spatzen sind die Milli Vanilli 2.0 – ausser des Gesangs ist alles fake.

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Sie blasen ins Saxophon und in die Trompete, spielen Klarinette, Keyboard, Synthesizer, Gitarre und Akkordeon und landeten in der Vergangenheit einen Hit nach dem anderen: Die Kastelruther Spatzen, Überflieger des volkstümlichen Schlagers. Doch jetzt ist klar: Alles Fake – die Spatzen pfeifen gar nicht selber.

Ausgerechnet ihr eigener Produzent und Erfinder, Walter Widemair hat die Kastelruther Spatzen entlarvt. «Der Erfolg der Band ist auf einem Riesenschwindel aufgebaut», sagte er gegenüber Bild.de. Während beim Pop-Duo Milli Vanilli die Sänger bloss als Deko dienten, ists bei den Volksmusikstars genau umgekehrt: «Nur die Stimme von Sänger Norbert Rier ist echt. Sonst nichts.»

«Bierzeltmusikanten»

Mit anderen Worten: Der ganze Erfolg wie etwa die goldene Schallplatte, der Sieg am Grand Prix der Volksmusik und die 13 Echo-Awards sind den Leistungen von anderen zuzuschreiben. Wie Widemair weiter erklärt, seien während der ganzen Jahre Studiomusiker im Einsatz gewesen: «Ich selbst habe von Beginn an Trompete geblasen, der Gitarrist von Howard Carpendale und der Schlagzeuger der Söhne Mannheims waren auch mal dabei. Aber niemals einer von diesen Bierzeltmusikanten, die sich Spatzen nennen.»

Zwar hätten die Spatzen tatsächlich auch schon live gespielt – zur grossen Unfreude Widemairs: «Da hört man genau, dass die Spatzen nur durchschnittlich spielen. Ich habe mich oft für die unsägliche Schrammelei geschämt.» Was sagt Ober-Spatze Rier dazu? «Das mit den Studiomusikern machen wir, um Kosten zu sparen. Ausserdem wollen wir immer eine perfekte Produktion abliefern und das geht nun mal nicht anders.»

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