Mega-Projekt in Andermatt: Die Schweden kommen
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Mega-Projekt in AndermattDie Schweden kommen

In Andermatt fallen nach dem Ägypter jetzt die Schweden ein. Sie wollen das Skigebiet auf Vordermann bringen. Ein Experte ist überzeugt, dass die Firma SkiStar AB dies schaffen wird. Allerdings auf seine eigene Weise.

von
Felix Burch
In Andermatt wird fleissig gebaut. Jetzt soll auch in die Skigebiete investiert werden.

In Andermatt wird fleissig gebaut. Jetzt soll auch in die Skigebiete investiert werden.

Ein Feriendorf mit 42 Häusern, sechs Hotels und mindestens 20 Villen alleine reicht nicht. Ein entsprechendes Skigebiet muss her und deshalb hat der ägyptische Investor Samih Sawiris nun bekannt gegeben, er wolle mit dem schwedischen Skigebietbetreiber SkiStar AB zusammenarbeiten. Es sollen 141 Millionen Franken in die Skigebiete Gemsstock, Nätschen, Hospental und Sedrun investiert werden. 18 neue Skilifte und Gondelbahnen sind geplant, um die Anlagen leistungsfähiger zu machen, Pisten sollen zusammengeschlossen werden.

Doch wer ist die Firma Skistar AB? Der schwedische Skigebietbetreiber ist ein ganz grosser Player. Rund 240 Millionen Schweizer Franken setzt das Unternehmen bereits jetzt um. Es kontrolliert vier Skigebiete in Schweden und die zwei grössten in Norwegen, 1100 Personen arbeiten für Skistar AB. Professor Philipp Boksberger, Leiter des Instituts für Tourismus- und Freizeitforschung der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur, kennt die Schweden. Er sagt über sie: «Das ist eines der innovativsten Bergbahnunternehmen der Welt, das weiss, wie man im Skisport Geld verdient.» Mit ihrer Grösse ergeben sich für die Skistar AB ausserdem zahlreiche Synergien. Als Beispiel nennt Boksberger IT-Lösungen, die der Menge wegen günstiger eingekauft werden können.

«Die werden ihr Geschäftsmodell durchziehen»

Skistar AB wird immer wieder als Star der Bergbahnindustrie bezeichnet. Laut Boksberger, weil die Schweden ein integriertes Geschäftsmodell im Skisport eingeführt haben. Das bedeutet, dass nicht einfach Skilifte betrieben werden, die Firma ist auch Herrscher über Skischulen, vermietet Skis und führt Restaurants auf der Piste. So können die Schweden mit den Preisen jonglieren. «Dadurch rentiert das Geschäft», so Boksberger. Mit den Anlagen alleine könne kaum noch Geld verdient werden. Er ist überzeugt, dass dieses Modell die Zukunft des Wintersports ist – weltweit und auch in der Schweiz. Der Gast wolle möglichst alles beim selben Anbieter buchen können.

Boksberger ist sich weiter sicher: «Die Schweden werden ihr Geschäftsmodell auch in Andermatt durchziehen.» Die Einheimischen müssten sich entscheiden, ob sie mit oder gegen die Skistar AB arbeiten wollen. Dennoch wertet er den wohl beschlossenen Einstieg der Schweden in Andermatt als positiv. «Sie haben das nötige Kapital, die ganze Region wird vom Wirtschaftsaufschwung profitieren, es werden Jobs geschaffen.»

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