Personalmangel: Die Schweiz bildet zu wenige Ärzte aus

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PersonalmangelDie Schweiz bildet zu wenige Ärzte aus

Über ein Viertel der Beschäftigten in Schweizer Spitälern stammen aus dem Ausland. Der Spitalverband H& schätzt, dass es rund doppelt so viele Ärzte braucht, wie derzeit ausgebildet werden. Der Personalmangel wird für die Schweizer Spitäler zum Problem.

Vor allem dank ausländischem Personal kommen die meisten von ihnen zwar noch über die Runden. Wie eine Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag von H& ergeben hat, verschärft sich das Problem aber laufend. Drei Viertel der Spitäler haben heute offene Stellen, die nicht besetzt werden können.

Gemäss H& ist das fehlende medizinische Personal in den letzten Jahren im Ausland rekrutiert worden. In der Pflege sind mittlerweile bis zu 40 Prozent der Stellen mit Ausländerinnen und Ausländern besetzt. 27 Prozent der Spitalärzte stammen aus dem EU-Raum.

Mehr Studienplätze

Abhilfe versprechen sich sowohl der Branchenverband wie auch die Personalverantwortlichen der Spitäler von einer besseren Ausbildung. Von rund 3400 Interessenten bekämen nur gut 1000 einen Studienplatz in Humanmedizin, kritisiert H&. Wie der Ärzteverband FMH und der Schweizerische Wissenschaftsrat fordern darum auch die Spitäler mehr Studienplätze und die Aufhebung des Numerus clausus.

Pflege soll attraktiver werden

Zudem sollen die Pflegeberufe attraktiver gemacht werden: Mit Karriereperspektiven, einem breiten Einsatzspektrum, höheren Löhnen und besseren Rahmenbedingungen für Teilzeitarbeit sollen die Fachkräfte länger im Beruf gehalten werden. Gestärkt werden sollen auch Wiedereinstiegsprogramme.

Den Nationalen Spitaltag vom 19. September stellt H& ins Zeichen der Nachwuchsförderung. Rund 80 Spitäler und Pflegeinstitutionen werden jungen Menschen die Berufe im Gesundheistwesen vorstellen und die Perspektiven in den Gesundheitsberufen erläutern. (sda)

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