Wettbewerbsfähigkeit: Die Schweiz bleibt Nummer vier
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WettbewerbsfähigkeitDie Schweiz bleibt Nummer vier

Die Schweiz hat ihre Position in Sachen Wettbewerbsfähigkeit verteidigt. Doch in Zukunft könnte es düster aussehen – die Schweiz hat stark an Attraktivität eingebüsst.

Alle Jahre wieder veröffentlicht das Lausanner Institut für Management-Entwicklung (IMD) die Liste der wettbewerbsfähigsten Länder. Die Schweiz konnte ihren Platz verteidigen: Wie bereits letztes Jahr steht sie 2009 auf dem vierten Platz.

Die IMD-Liste wird seit 1994 von den USA angeführt. Den zweiten Platz schnappte Hongkong (2008: Platz 3) Singapur weg, das um einen Rang auf Platz drei zurückfiel (2008: Platz 2), wie das Institut am Montag mitteilte.

Schweiz mittelfristig gefährdet

Zwar befindet sich die Schweiz in sämtlichen Teilbereichen in der Spitzengruppe. Das Land sei aber stark von den Folgen der Weltwirtschaftskrise betroffen. Das Institut fragt deshalb, ob die Schweiz ihre Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig bewahren könne.

Zu beachten sei, dass die Schweiz später in die Rezession geschlittert ist als andere Länder. Dies sei auch bei Prognosen über die künftige Wettbewerbsfähigkeit zu berücksichtigen. Die Auswirkungen der Krise seien erst Ende 2009 und 2010 in ihrem vollen Ausmass erkennbar.

Seit Herbst 2008 habe die Schweiz stark an Attraktivität eingebüsst. Der Investitionsfluss sei innert eines Jahres von 12 auf 3 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) gesunken.

Die Verschlechterung des Arbeitsmarktes habe Ende 2008 im Industriesektor begonnen und sich seither auch auf den Dienstleistungssektor ausgeweitet. Dadurch werde auch das Niveau des Privatkonsums im 2009 sinken, da die Schweizer Konsumenten Anschaffungen verschieben und lieber Geld sparen.

Krisenresistenz vorhanden

Wettbewerbsfähigkeit werde aber nicht nur anhand des BIP- Wachstums gemessen. Verglichen mit anderen Ländern seien die wirtschaftlichen, politischen, und finanziellen Säulen des Landes sehr stabil.

Es sei daher wahrscheinlich, dass die Schweiz die Krise zwar meistern werde, dafür aber für die nächsten paar Jahre nur ein schwaches Wachstum erziele, hiess es weiter.

Der international unter Druck geratene Schweizer Bankensektor, welcher 12 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausmache, müsse das Vertrauen in seine Fähigkeiten zurückgewinnen und sich auf seine Stärken konzentrieren: Die Qualität von Bank- und Finanzdienstleistungen.

57 Länder untersucht

In der seit 1989 durchgeführten Studie wurden insgesamt 57 Länder und Regionen nach 329 Kriterien auf ihre Position im internationalen Wettbewerb untersucht.

Gemessen wird dabei das «Umfeld», in dem die Unternehmen in einem Land arbeiten können. Zu einem Grossteil fliessen dabei harte Fakten aus den vier Teilbereichen Konjunktur, wirtschaftliche und politische Effizienz sowie Infrastruktur ein. Daneben werden auch Managerumfragen berücksichtigt. (sda)

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