Nations League: Die Schweiz deklassiert die Weltnummer 1
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Nations LeagueDie Schweiz deklassiert die Weltnummer 1

Was für ein Spiel: Nach frühem 0:2 fertigt die Schweiz Belgien 5:2 ab und qualifiziert sich fürs Finalturnier der Nations League – Seferovic erzielt drei Tore.

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Loris Benito, Kevin Mbabu, Ricardo Rodriguez und Nico Elvedi, Teile der improvisierten Abwehr, die von Vladimir Petkovic auf den Platz gestellt wurde, jubeln nach 90 Minuten. Obwohl es etwas mehr als eine Stunde gar nicht danach ausgesehen hatte.

Loris Benito, Kevin Mbabu, Ricardo Rodriguez und Nico Elvedi, Teile der improvisierten Abwehr, die von Vladimir Petkovic auf den Platz gestellt wurde, jubeln nach 90 Minuten. Obwohl es etwas mehr als eine Stunde gar nicht danach ausgesehen hatte.

Keystone/Peter Schneider
Stimmungsvoller Auftakt in Luzern. Die Fans begrüssen die Schweizer Nationalmannschaft mit einer Choreografie.

Stimmungsvoller Auftakt in Luzern. Die Fans begrüssen die Schweizer Nationalmannschaft mit einer Choreografie.

Keystone/Ennio Leanza
Nico Elvedis Riesenbock: Ohne Not spielt er Thorgan Hazard zu, der zum 0:1 trifft. Liegt es daran, dass Elvedi in Gladbach mit Hazard zusammenspielt?

Nico Elvedis Riesenbock: Ohne Not spielt er Thorgan Hazard zu, der zum 0:1 trifft. Liegt es daran, dass Elvedi in Gladbach mit Hazard zusammenspielt?

Keystone/Ennio Leanza

Der lang ersehnte Sieg gegen einen Grossen ist da! Die Schweiz schlägt die Weltnummer 1 Belgien nach frühem 0:2-Rückstand und nach grosser Wende 5:2 und qualifiziert sich für das Finalturnier der Nations League im kommenden Juni. Haris Seferovic erzielte drei Tore.

Am Ende war die Swissporarena in Luzern eine Festhütte. Als Matchwinner Haris Seferovic in der Nachspielzeit von Nationalcoach Vladimir Petkovic ausgewechselt wurde, bekam er die verdiente Standing Ovation. Ein Jahr und sechs Tage nach den bitteren Pfiffen von Basel in der WM-Barrage gegen Nordirland durfte der Stürmer den Rasen nach seiner ersten Triplette für die Schweiz als Held verlassen.

Seferovic schiesst die Schweiz in Führung

Nach einem starken Konter passt Edimilson in den Rücken der Abwehr und dann trifft erneut Seferovic zum 3:2 für die Schweiz. (Video: SRF)

Ein cleverer Pass von Edimilson und Haris Seferovic schiesst das 3:2. Video: SRF

Seine Treffer brachten die Schweiz ins «Final Four», das vom 5. bis 9. Juni 2019 in Portugal stattfindet. Gegner sind dort neben dem Gastgeber auch England sowie Frankreich oder die Niederlande. Dabei wird es um den ersten Titel der Nations League gehen - und um einen schönen Batzen Geld. Neben den 3 Millionen Euro als Startgage und für den Gruppensieg gibt es für den Turniersieger nochmals 4,5 Millionen Euro zu gewinnen.

Tempo, Kreativität, Entschlossenheit, Effizienz

Wenn der letzte Eindruck tatsächlich bleibend ist, dann hat die Schweizer Mannschaft aus einem schwierigen Jahr doch noch ein sehr gutes gemacht. Sie war ab der 25. Minute so gut, wie man sie seit der Startphase im EM-Qualifikationsspiel gegen Portugal vor mehr zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte. Gemessen am Niveau des Gegner, dem WM-Dritten und Nummer 1 im FIFA-Ranking, war es vielleicht sogar das beste Spiel seit Jahren. Ein Spiel, von dem man auch in Jahrzehnten noch reden wird. So wie beispielsweise vom 4:1-Sieg an der WM 1994 gegen Rumänien. Tempo, Kreativität, Entschlossenheit und Effizienz: Es stimmte alles.

Seferovic gleicht aus zum 2:2

Nach einer Kopfball-Vorlage von Shaqiri muss Seferovic nur noch einschieben. (Video: SRF)

Xherdan Shaqiri mit dem ersten seiner zwei Assists, Seferovic trifft. Video: SRF

Auf das Penaltytor durch Ricardo Rodriguez zum Anschluss nach einem diskutablen Pfiff von Schiedsrichter Daniele Orsato folgten noch vor der Pause zwei sehenswert herausgespielte Tore von Haris Seferovic. Beim 2:2 verwertete er eine Kopfballvorlage von Xherdan Shaqiri, der von Rodriguez brillant angespielt wurde (31.), beim 3:2 schloss er einen Konter über Steven Zuber und Edimilson Fernandes ab (43.). Seine Show schloss der Stürmer in der 84. Minute mit dem 5:2 nach Flanke von Kevin Mbabu ab. Zuvor hatte Nico Elvedi mit seinem ersten Tor im Nationalteam das 4:2 erzielt; bereits mit diesem Resultat wäre die Schweiz für das Finalturnier qualifiziert gewesen.

Elvedi trifft per Kopf zum 4:2

Der Verteidiger macht seinen Fehler aus der ersten Halbzeit wieder gut. (Video: SRF)

Nico Elvedi macht seinen Fehler wieder gut und erzielt das 4:2. Video: SRF

Frühe Führung nach Elvedis Bock

An ein solches Ende hätte knapp anderthalb Stunden zuvor kaum mehr jemand geglaubt. Früh hatten sich die Schweizer nämlich ein 0:2-Handicap eingehandelt. Zwei Gegentore, die sie zwangen, das Spiel mit zwei Treffern Differenz zu gewinnen. Bis sich die wegen der Absenzen von Stephan Lichtsteiner, Fabian Schär und Manuel Akanji neu formierte Verteidigung mit Kevin Mbabu auf der rechten Seite sowie den Innenverteidigern Nico Elvedi und Timm Klose gefunden hatte, war sie bereits mehrmals düpiert worden.

Schweiz gegen Belgien: 0:1 durch T. Hazard

Elvedi mit einem Riesenbock in der Startphase. (Video: SRF)

Elvedi mit einem groben Fehler, 1:0 für Belgien durch Hazard. Video: SRF

Ein kapitaler Rückpass von Elvedi auf Thorgan Hazard führte bereits nach zwei Minuten zur belgischen Führung, ein Ballverlust von Klose und zu zögerliches Einsteigen von Elvedi ermöglichten wieder Thorgan Hazard das 2:0 schon in der 17. Minute. Es waren die Minuten, in denen man um die Schweizer Angst haben musste. Weil nicht nur die Abwehr überfordert war, sondern auch das Mittelfeld um Captain Granit Xhaka keinen Zugriff auf Ball und Gegner bekam. Eine womöglich krachende Niederlage zum Jahresabschluss lag in dieser Phase näher als der umjubelte und überragende Schlusspunkt.

«Noch nie erlebt»

Seferovic und das Spiel seines Lebens. (Video: Sebastian Rieder)

Das sagen die Schweizer zur Gala gegen Belgien. Video: Sebastian Rieder

Auch wegen dieser schwierigen Anfangsphase sind der Sieg und die Leistung der Schweizer in den folgenden rund 70 Minuten umso höher einzustufen. Nicht nur die Innenverteidigung gewann von Minute zu Minute an Sicherheit. Vor allem die beiden Leader im Team, Xhaka und Shaqiri steigerten sich auf ein hohes Niveau. In ihrem Sog überzeugten andere ebenfalls. Etwa Edimilson Fernandes, der auf auf dem rechten Flügel ein belebendes Element war. Oder Mbabu, der ab der 20. Minute mit seinem mutigen und stürmischen Spiel seinen Beitrag zur Wende leistete - er war es, der vor dem wichtigen Anschlusstor den Penalty herausgeholt hatte.

Rodriguez verwandelt den Penalty

Nach einem Foul an Mbabu trifft Rodriguez vom Punkt aus zum 1:2. (Video: SRF)

Den Penalty verwandelt Ricardo Rodriguez gewohnt eiskalt. Video: SRF

(sda)

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