Probleme überall: Die Schweiz friert zu
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Probleme überallDie Schweiz friert zu

Eingefrorene Autos, geborstene Wasserleitungen und dutzende Brände - der eisige Winter setzt der Schweiz zu. Der TCS wird überrannt, die SBB müssen Weichen manuell enteisen, zudem droht ein Blackout.

von
meg

Es ist der kälteste Winter seit Jahrzehnten. In weiten Teilen der Schweiz fiel das Thermometer so tief wie seit 30 Jahren nicht mehr. Nicht ohne Folgen: In Zürich sind laut Radio 24 bereits die ersten Wasserleitungen eingefroren. Betroffen seien mehrere Liegenschaften. In der ganzen Schweiz kam es am Samstag zu Mottbränden, weil Bewohner ihre Kachelöfen und Cheminées zu stark eingeheizt hatten. Die Polizei von Appenzell Ausserrhoden warnt in einer Mitteilung bereits ausdrücklich davor, ständig Holz nachzulegen.

Probleme hatten auch tausende Autofahrer in der Schweiz. Wegen eingefrorenen Türschlössern, gefrorenen Handbremsen und Batterien verzeichnete der TCS am Samstag rund 10 000 Anrufe. «Das ist absoluter Rekord», sagte Sprecher Stephan Müller der «SonntagsZeitung». An einem normalen Tag sind es rund 1200 Anrufe.

Auf dem Flughafen Zürich mussten insgesamt 9 Flüge von und nach London annulliert werden. In England führte der Schnee zum Chaos, auf dem Flughafen Heathrow wurden vorsorglich rund 300 Flüge gestrichen, schreibt Radio Zürisee.

Die SBB mussten einzelne Weichen manuell auftauen – trotz eingebauter Weichenheizung. Weil ab minus 20 Grad die Wärmeleistung nicht mehr ausreicht, mussten an acht Stellen – vor allem auf der Strecke Genf-Flughafen–Morges - SBB-Mitarbeiter ausrücken, um die Weichenstellung sicherzustellen, schreibt die «SonntagsZeitung». Nicht auszuschliessen ist, dass es im Pendlerverkehr zu Verspätungen kommen wird, weil die tiefen Temperaturen anhalten.

«Jetzt darf nichts Zusätzliches passieren»

Die Hüter über das Stromnetz warnen vor einem Blackout als Folge der enormen Kälte. «Die Wahrscheinlichkeit eines grösseren Stromausfalls ist in letzter Zeit gestiegen», sagte Pierre-Alain Graf, Chef von Swissgrid, der «NZZ am Sonntag». Durch die Kältewelle in Europa ist der Stromverbrauch massiv gestiegen. Swissgrid exportiert momentan Strom nach Frankreich, weil die Zahl der eingeschalteten Elektroöfen bei unseren westlichen Nachbarn gestiegen ist. «Unser Aktionsradius ist wegen der Kältewelle eingeschränkt. Jetzt darf nichts Zusätzliches passieren, keine technische Panne, kein Eisregen, der Leitungen reissen lässt», sagt Graf.

Bereits am Freitagnachmittag kam es in den Toggenburger Gemeinden Bütschwil und Ganterschwil zu einem Stromausfall. Eine kräftige Bise hatte einen Defekt an einer 20 000-Volt-Freileitung ausgelöst, was zu einem Kurzschluss führte, wie die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) mitteilten. Vereinzelte Kunden waren gut zweieinhalb Stunden ohne Strom.

(Video: Keystone)

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