Schon 40 Mitglieder: Die Schweiz hat eine neue Rechtspartei

Aktualisiert

Schon 40 MitgliederDie Schweiz hat eine neue Rechtspartei

Am Samstag haben ein Dutzend Personen die Direktdemokratische Partei Schweiz gegründet. Die rechte Partei will sich vor allem für die Heimat einsetzen.

Seit Samstag gibt es in der Schweiz eine neue Rechtspartei. Gut ein Dutzend Personen gründeten in Brunnen SZ die Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS). Der frisch gewählte Parteipräsident Ignaz Bearth gab die Gründung am Sonntag via Facebook bekannt.

Es sei «ein sehr langer und schöner Tag» gewesen, schreibt der 27- jährige Bearth dazu. Mehrere Fotos dokumentieren zudem einen Besuch der Gruppe auf dem Rütli. Im neunköpfigen Parteivorstand nähmen Personen zwischen 19 und 64 Jahren Einsitz, heisst es weiter. Das Vizepräsidium bestünde «unter anderem» aus Djordje Vasiljevic, Diana Rüsch, Brigitte Hagen und Vera Bolli-Schoch.

Die Anzahl Parteimitglieder beziffert Bearth mit 40. Neben der Schweizer DPS sind in Brunnen auch die DPS-Kantonalsektionen Aargau und St. Gallen aus der Taufe gehoben worden. Geplant sei weiter eine kantonale Abteilung in Zürich.

Für die Heimat einsetzen

DPS-Gründer Bearth will mit der neuen Partei viele Gruppen ansprechen, wie er vergangene Woche in zahlreichen Medieninterviews sagte. Primär gehe es ihm um «Menschen, die zur Schweiz stehen und sich ohne Wenn und Aber für unsere Heimat einsetzen».

Die Schwerpunkte der DPS seien: «Nein zum EU-Beitritt, Meinungsfreiheit als höchstes Gut erhalten, Islamisierung stoppen, Steuern so niedrig wie möglich halten, Asylpolitik optimieren und eine Kooperation zwischen europäischen heimatliebenden Parteien». Auf seiner Webseite thesvpromo.ch propagiert Bearth eine Zusammenarbeit mit der österreichischen Rechtspartei FPÖ.

SVP-Präsident distanziert sich

SVP-Parteipräsident Toni Brunner distanzierte sich derweil vom DPS-Gründer, der gemäss Medienberichten einst Mitglied der SVP gewesen sein soll. «Er war nie in der SVP des Kantons St. Gallen», sagte Brunner im Interview mit der «Basler Zeitung» vom Sonntag. Bearth habe zwar eine Beitrittserklärung bei der Jungen SVP unterschrieben. Aber er habe nie Beiträge bezahlt und sei nie in einer offiziellen Mitgliederliste geführt worden.

Brunner hat Bearth nach eigenen Angaben «an Anlässen ein paar Mal gesehen». «Es wurde mir zugetragen, dass er offenbar Kontakte in einschlägigen Kreisen hatte, welche die SVP ablehnt», sagte Brunner. Er bezeichnete den DPS-Gründer als «eher isoliert». «Und wenn es noch ein paar weitere Gesinnungsgenossen gibt, die in dieser Partei mitmachen, dann sollen sie das.»

Auch Politgeograf Michael Hermann traut der DPS keine grossen Sprünge zu. «Man hat den Eindruck, dass die neue Partei ein Sammelbecken all jener sein wird, die nach Twitter- und sonstigen Affären aus der SVP ausgeschlossen werden», sagte er vergangene Woche im Interview mit der «Basler Zeitung». Stehe eine Partei einmal in der Extremistenecke, komme sie kaum mehr davon los und habe es schwierig, Wähler anzusprechen. (sda)

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