Aktualisiert 23.03.2019 09:08

Luzern-Georgier Gvilia

«Die Schweiz hat eines der besten Teams der Welt»

Valeriane Gvilia trifft mit Georgien am Samstag in der EM-Qualifikation auf die Schweiz und damit auf jenes Land, in dem er im letzten Jahr als FCL-Profi sein Geld verdiente.

von
E. Tedesco, Tiflis
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Mittelfeldspieler Valeriane «Vako» Gvilia (24) wechselte im Januar 2018 von Bate Borisov zum FC Luzern. Nach einem guten halben Jahr unter Trainer Gerry Seoane, wurde er im Januar 2019 von dessen Nachfolger René Weiler ausgemustert und zu Gornik Zabrze nach Polen ausgeliehen. Der 19-fache georgische Internationale (2 Tore) hat in der Zentralschweiz noch einen Vertrag bis Sommer 2020.

Mittelfeldspieler Valeriane «Vako» Gvilia (24) wechselte im Januar 2018 von Bate Borisov zum FC Luzern. Nach einem guten halben Jahr unter Trainer Gerry Seoane, wurde er im Januar 2019 von dessen Nachfolger René Weiler ausgemustert und zu Gornik Zabrze nach Polen ausgeliehen. Der 19-fache georgische Internationale (2 Tore) hat in der Zentralschweiz noch einen Vertrag bis Sommer 2020.

FreshFocus/Martin Meienberger
Verteidiger Otar Kakabadze (23)  ist seit Sommer 2018 beim FC Luzern und hat einen Vertrag bis 2021. Der Nationalspieler von Georgien kommt bisher auf 23 Länderspiele.

Verteidiger Otar Kakabadze (23) ist seit Sommer 2018 beim FC Luzern und hat einen Vertrag bis 2021. Der Nationalspieler von Georgien kommt bisher auf 23 Länderspiele.

Keystone/Peter Schneider
Seit Januar spielt mit dem 19-jährigen Levan Kharabadze ein weiterer Georgier in der Super League. Der Linksverteidiger kam vom georgischen Rekordmeister FC Dinamo Tiflis und unterschrieb einen Leihvertrag bis zum Ende der Spielzeit 2019/2020. Die Vereinbarung sieht auch die Option zur definitiven Übernahme vor.

Seit Januar spielt mit dem 19-jährigen Levan Kharabadze ein weiterer Georgier in der Super League. Der Linksverteidiger kam vom georgischen Rekordmeister FC Dinamo Tiflis und unterschrieb einen Leihvertrag bis zum Ende der Spielzeit 2019/2020. Die Vereinbarung sieht auch die Option zur definitiven Übernahme vor.

Keystone/Ennio Leanza

Als Manuel Akanji am Dienstag gefragt wurde, ob er einen Spieler der georgischen Nationalmannschaft kenne, lächelte dieser verlegen. «Ganz ehrlich? Nein.» Ganz anders bei Valeriane Gvilia. Der 19-fache georgische Internationale rattert blitzschnell Namen herunter: «Das weiss doch jeder: Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Stephan Lichtsteiner.» Von Ricardo Rodriguez schwärmt Gvilia aber auch. «Er ist der Bruder von Cico.» Gvilia meint Francisco Rodriguez, seinen ehemaligen Kollegen beim FC Luzern.

Gvilia kam im Winter 2018 von Bate Borisow aus Weissrussland zu den Zentralschweizern und wurde unter Trainer Gerardo Seoane rasch zum Publikumsliebling. Die Luzerner Fans freuten sich am technisch versierten Fussballer und schätzten seine aufgestellte Art. Das Credo des Georgiers war immer: «Wir kämpfen füreinander». Der FCL tat dies als Mannschaft erfolgreich und beendete die Saison 2017/18 hinter Meister YB und Basel auf Rang 3.

Von Weiler aussortiert

«Wir hatten eine tolle Stimmung im Team», erinnert sich Gvilia an sein erstes halbes Jahr in Luzern. Aufgeräumt sagt er am Handy zu 20 Minuten: «Gerry war einer der besten Trainer, den ich in meiner Karriere hatte. Wie gut er ist, zeigt er jetzt bei YB.» Über René Weiler wird er das wohl nie sagen. Gvilia: «Meine Art Fussball zu spielen, hat ihm nicht gepasst. Er gab mir keine Zeit.» Der Georgier kam unter dem Seoane-Nachfolger kaum mehr zum Zug und wurde im letzten Januar an Gornik Zabrze in Polen ausgeliehen.

Gvilia fühlt sich in Polen wohl, schränkt aber ein: «Die Schweiz bleibt für mich das schönste Land der Welt.» Landschaftlich könne Georgien mit vielen Teilen der Schweiz mithalten. «Wir haben auch schöne Orte, Berge und Seen. In Georgien kann man gut essen, wir haben ausgezeichnete Weine und sind sehr gastfreundlich», erzählt der Georgier über seine Heimat, streicht aber gleichzeitig die hohe Lebensqualität in der Schweiz heraus.

Das Wiedersehen mit Jonas Omlin

Aber das ist nicht das Hauptthema, das Gvilia derzeit beschäftigt. Vielmehr fiebert er dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz in Tiflis entgegen. «Das wird ein interessantes Duell», sagt der 24-Jährige, «die Schweiz hat eines der besten Teams der Welt. Wir haben Respekt, aber auch wir haben mit dem Aufstieg in die League C der Nations League an Selbstvertrauen gewonnen.»

«Für mich ist es immer speziell, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen, aber gegen die Schweiz wird es noch spezieller sein. Und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Jonas Omlin.» Auch wenn Omlin inzwischen beim FC Basel zwischen den Pfosten steht, hat Gvilia zum FCL immer noch Kontakt. Zum Beispiel über seinen Nati-Kollegen Levan Kharabadze. Und wann immer möglich, schaut er sich auch die Spiele der Zentralschweizer an. «Den 4:0-Sieg im Cup gegen YB habe ich zum Beispiel gesehen. Was für ein toller Auftritt!»

Georgien (Platz 91 in der Fifa-Weltrangliste) konnte sich bislang noch nie für eine Endrunde qualifizieren. Darum will man diesmal alles dransetzen, um an der EM 2020 eine Premiere feiern zu können. «Die Schweiz, Dänemark und Irland sind auf dem Papier die Favoriten in der Gruppe», sagt er, «aber nur auf dem Papier. Die Wahrheit liegt auf dem Platz.»

Bis heute haben sicher auch die Schweizer den Gegner analysiert und dann kennt Akanji bestimmt auch den Namen des einen oder anderen georgischen Nationalspielers.

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