28.04.2016 15:01

Palmarianisch-Katholische Kirche

Die Schweiz hat jetzt auch einen Papst

Der Pontifex der palmarianischen Kirche mit Papstsitz in Spanien ist zurückgetreten. Er habe seinen Glauben verloren. Sein Nachfolger soll ein Schweizer sein.

von
vro
Die Kathedrale der palmarianisch-katholischen Kirche steht in Palmar de Troya, Spanien.

Die Kathedrale der palmarianisch-katholischen Kirche steht in Palmar de Troya, Spanien.

Keystone/Eduardo Abad

Die palmarianisch-katholische Kirche wird immer wieder auch als Sekte oder Orden bezeichnet. Sie sieht in der Entwicklung der römisch-katholischen Kirche den Verfall ebendieser und hält daran fest, dass Papst Paul VI. der letzte gottgewollte Pontifex gewesen sei. Er wird in der palmarianisch-katholischen Kirche als Märtyrer und Heiliger angesehen, da er gemäss der Lehre der Gemeinschaft von einer vatikanischen Verschwörergruppe unter Drogen gesetzt und so manipuliert wurde. An seinem Todestag liess sich Clemente Domínguez y Gómez deshalb als erster Gegenpapst der palmarianischen Kirche zum Papst Gregor XVII. krönen. Der Sitz liegt in Palmar de Troya, nahe der Stadt Sevilla.

Auch in der Schweiz soll die Gemeinschaft schon missioniert haben. Laut Infosekta gingen im Jahr 2012 wiederholt «besorgniserregende Anfragen» zur palmarianisch-katholischen Kirche ein.

Bringt der Schweizer die Revolution?

Bisher amtierte der Anwalt Sergio María als Gegenpapst Gregor XVIII. Doch am 22. April verliess er seinen Thron. Der Pontifex der palmarianisch-katholischen Kirche habe «den Glauben verloren», zitiert ihn die spanische Zeitung ABC. Verabschiedet habe er sich nicht, mehreren Quellen zufolge hat er sich jedoch verliebt.

Ein Nachfolger sei schon am darauffolgenden Tag bekannt gegeben worden: Der Schweizer Joseph Odermatt solle unter dem Namen Petrus III. als Gegenpapst regieren, schreibt die Zeitung unter Berufung auf den schwedischen Professor Magnus Lundberg. Eine Wahl habe es nicht gegeben, Odermatt sei als Staatssekretär der Gemeinschaft nachgerückt. Er wäre damit der vierte Papst der palmarianischen Kirche.

Sein Vorgänger soll ihm aber einen Scherbenhaufen hinterlassen haben. So stehe es schlecht um die wirtschaftliche Situation. Als Folge einer internen Krise hätten zudem mehrere Bischöfe die Gemeinschaft verlassen. Lundberg, der sich auf Informanten beruft, glaubt nun, dass es unter dem Schweizer zu einer Revolution in der palmarianischen Kirche kommen könnte.

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