Eishockey-WM: Die Schweiz in bester Gesellschaft

Aktualisiert

Eishockey-WMDie Schweiz in bester Gesellschaft

Die 16 Teilnehmer der Eishockey-WM haben ihre erste Partie absolviert. Dabei zeigte sich: Nicht nur die Schweiz hatte ihre liebe Mühe mit einem vermeintlich schwächeren Gegner.

von
Monika Brand
Kosice

Die Eisgenossen trafen am Freitag in der Auftaktpartie am zweiten WM-Spielort Kosice auf Frankreich. Was auf dem Papier nach einer verhältnismässig einfachen Aufgabe aussah (die Schweiz ist 7. in der Weltrangliste, Frankreich 15.) gestaltete sich jedoch zu einer beinahe unlösbaren Aufgabe. Immerhin sicherte sich das Team von Sean Simpson schliesslich in der Verlängerung doch noch mit dem einzigen Tor der Partie den Sieg und so zwei Punkte (20 Minuten Online berichtete). Der Nati-Trainer sprach danach von seinem «bisher schwierigsten Spiel» und es war kein Wunder, forderte er von seiner Mannschaft für den weiteren Turnierverlauf eine Steigerung.

Diese Worte dürften auch bei den Coaches anderer Nationen gefallen sein. Denn auch andere taten sich gegen Underdogs schwer, zwei der Top-7-Nationen stolperten gar in ihren Startspielen über schwächere Gegner. Für die Überraschung schlechthin sorgte Deutschland, das Vize-Weltmeister Russland mit 2:0 besiegte. Das war den Deutschen zuvor in 37 WM-Duellen noch nie gelungen. Ein wahres Hockey-Märchen also.

Norwegen mit Penalty-Coup

Auch Norwegen konnte einem Grossen ein Bein stellen. Und zwar seinem skandinavischen Bruder Schweden. In einer intensiven Partie legte das «Tre Kronor»-Team stets vor, doch Anders Bastiansen gelang vier Minuten vor der Schlusssirene der 4:4-Ausgleich. Es ging in die Verlängerung, die keinen Sieger hervorbrachte, und schliesslich ins Penaltyschiessen. Dort trafen Per-Age Skröder und Mathis Olimb für den Underdog, während Loui Eriksson und Patrick Berglund für die Schweden scheiterten. Norwegens Sensation war perfekt.

«Wir müssen uns steigern»

Tschechen und Slowaken retten sich

Nicht ganz so schlimm erging es Tschechien gegen Lettland. Doch auch der Weltmeister hatte seine liebe Mühe gegen den Aussenseiter. Nach dem zweimaligen Ausgleich für die Letten stand es lange Zeit 3:2 für die Tschechen - nur ein knapper Vorsprung also. Doch zwei Minuten vor Schluss machte Roman Cervenka dann mit dem 4:2 doch noch alles klar. Ähnlich erging es auch dem Gastgeber, der Slowakei: gegen Underdog Slowenien gerriet man in der 23. Minute 0:1 in Rückstand, konnte diesen eine knappe Viertelstunde später ausgleichen, weitere zwölf Minuten später gelang der Führungstreffer - und erst acht Sekunden vor Schluss das alles erlösende 3:1 ins leere Tor.

Russland, Schweden, Tschechien und die Slowakei - die Schweiz befindet sich also in bester Gesellschaft. Das lässt erahnen, dass man sich nach dem knorzigen Start gegen Frankreich noch keine Sorgen um die Eisgenossen machen muss. Denn etwas zeichnet eine grosse Eishockeynation besonders aus: Sich im Verlaufe eines Turniers steigern zu können. Und da hat das Simpson-Team durchaus Potenzial, wenn man die gelungene Vorbereitung auf das aktuelle WM-Turnier betrachtet.

Kanada, USA und Finnland souverän

Keine Blösse gaben sich in der ersten Runde hingegen die Favoriten Kanada, USA und Finnland. Die Ahornblätter, die sich in der gleichen Gruppe wie die Schweiz befinden, besiegten Weissrussland mit 4:1. Die USA und Finnland fegten ihre Gegner - Österreich und Dänemark - gleich mit 5:1 vom Eis.

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