Die Schweiz in der Gewinnzone
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Die Schweiz in der Gewinnzone

Dank des 3:2 im Penaltyschiessen im Final gegen die USA gewann das Eishockey-Nationalteam erstmals seit sechs Jahren wieder den Deuschland-Cup und alle vier November-Spiele.

«Dass wir mit einem derart breiten Kader den Turniersieg holten und Wege fanden, alle Spiele der Woche zu gewinnen, macht Mut für die kommenden Aufgaben», freute sich Ralph Krueger. Der Coach hat nach dem ungemütlichen Sommer mit viel Kritik an seiner Person den Rank sowohl im Team (mit Spielern) als auch im Umfeld (mit Funktionären) wieder gefunden. Was bleibt als primäre Erkenntnis aus dem ersten Zusammenzug? Krueger: «Wir erleben einen enormen Konkurrenzkampf. Das Rennen um die WM-Tickets ist lanciert. Die neuen Spieler schlugen sich ausgezeichnet. Die Mannschaft, die für die drei Dezember-Spiele aufgeboten wird, steht jetzt schon unter Druck.»

Die drei bevorstehenden Auswärtsspiele gegen Deutschland und zweimal gegen die Slowakei will Krueger vornehmlich mit anderen Leuten bestreiten. Erneut wird eine Handvoll Neulinge zum Nati-Debüt kommen. Auch mit der anderen Hälfte seines Kaders will Krueger aber weiter gewinnen: «Wir holten letzte Saison Turniersiege in der Slowakei im Dezember und der Schweiz im Februar. Dann gewannen wir an der WM jene Spiele, die wir gewinnen mussten. Das Nationalmannschafts-Programm befindet sich im Moment in der Gewinn-Zone. Wenn die Spiele knapp werden, dann wissen wir, dass wir eine gute Chance auf den Sieg haben.»

Krueger verfügt weiter über die feine Nase dafür, welche Akteure gut in sein Team und das System passen. Die aktuellste Bestätigung lieferte Florian Blatter. Krueger: «Leute haben gefragt: Was macht der hier? Mit seinen Leistungen und dem Tor gegen die USA hat er es allen gezeigt.» Blatter erzielte das 1:0, bereitete Beat Gerbers 2:1 mit vor und beendete die Woche mit einer Plus-3-Bilanz. Nur Marc Reichert und Julien Sprunger kamen letzte Woche ebenfalls auf eine Plus-3-Bilanz.

Von den Debütanten gefiel auch Peter Guggisberg ausgezeichnet. Martin Stettler und Fabian Sutter bleiben Kandidaten. Sutter kam als Stürmer die ganze Woche über nur zu einem Torschuss, mit dem er allerdings erfolgreich war. Weniger effizient spielte der Rückkehrer Björn Christen. Der Zuger erhielt von Krueger viel Eiszeit, feuerte 16 Schüsse ab, kam jedoch weder zu einem Tor noch zu einem Assist, dafür aber zu einer Minus-2-Bilanz.

Eine deutliche Botschaft erhielt Krueger von den Torhütern: Auch ohne Hiller und Manzato, die Gerber, Aebischer und Stephan nach Übersee folgten, bekommt die Schweiz bis zur WM (wenn das im Ausland tätige Trio frei wird) kein Torhüterproblem. Marco Bührer dominiert in der Schweizer Meisterschaft und bestätigte mit der Nati seine Form. Und Ronnie Rüeger, «den viele international schon abgeschrieben hatten» (Krueger), meldete sich mit der Glanzleistung gegen die USA (31 Paraden, kein Gegentor im Penaltyschiessen) eindrucksvoll zurück.

(si)

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