Aktualisiert 08.09.2009 13:05

RankingDie Schweiz ist am wettbewerbsfähigsten

Eine wohltuende Nachricht für die krisengeschüttelte Schweizer Volksseele. Gemäss eines Berichts des World Economic Forum (WEF) hat unser Land die USA als wettbewerbfähigste Volkswirtschaft der Welt abgelöst.

Die Wirtschaftsleistung der Schweiz sei in den letzten Monaten relativ stabil geblieben, währenddessen die USA sich in einigen Bereichen verschlechtert habe, begründen die WEF-Ökonomen den Platzgewinn der Schweiz. Ihre Volkswirtschaft zeichne sich durch eine weiterhin hohe Innovationskraft und eine hochentwickelte Geschäftskultur aus, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht des WEF.

Die Schweizer Forschungsinstitutionen zählten zu den besten und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung seien hoch. Zudem gehörten die staatlichen Institutionen zu den effizientesten und transparentesten.

Der Schweizer Arbeitsmarkt wird bezüglich Effizienz gemäss WEF sogar nur von jenem von Singapur übertroffen. Im Weiteren seien die Schwierigkeiten im Bankensektor in der Schweiz weniger gravierend ausgefallen als in anderen Ländern, heisst es.

Negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz wirkt sich laut WEF hingegen die tiefe Quote von Universitätsabsolventen aus. Zwar könnte die Lücke an Arbeitskräften durch Zuwanderung gefüllt werden, dennoch besteht für die WEF-Ökonomen Handlungsbedarf.

USA leidet unter Finanzkrise

Der Hauptgrund für das Vorrücken der Schweiz an die Spitze der Rangliste der konkurrenzfähigsten Länder liegt aber in der Schwäche der USA. Deren Grosskonzerne wurden von der Finanzkrise besonderes belastet, was zu weiterer Unruhe und Verunsicherung geführt hat, wie die WEF-Ökonomen ausführen.

Zwar seien die USA aufgrund der Grösse und Flexibilität des Marktes, der Effizienz des Arbeitsmarktes und der Innovationskraft ausserordentlich wettberwerbstark, heisst es im Bericht. Das institutionelle Umfeld und der verschwenderische Umgang mit Staatsmitteln bedürften allerdings Korrekturen.

Europäische Länder an Spitze

Hinter der Schweiz und den USA auf dem dritten Platz kam Singapur zu liegen. Zur gegenüber dem Vorjahr um zwei Ränge verbesserten Platzierung des Stadtstaats beigetragen haben die Effizienz dessen Arbeitsmarktes und dessen Warenhandels, aber auch die gute Rangierung des Landes als Finanzplatz und ein starker Fokus auf die Ausbildung der Arbeitskräfte.

Nebst Singapur ist mit Japan (Rang 8) ein weiteres asiatisches Land in den Top 10 der konkurrenzfähigsten Länder. Ansonsten werden die vorderen Ränge von europäischen, namentlichen skandinavischen Ländern dominiert. So rangieren Schweden, Dänemark, Finnland und Deutschland auf den Plätzen 4 bis 7 und die Niederlande auf Platz 10.

Aufgrund der Schwierigkeiten seiner Finanzmärkten erneut an Wettbewerbsfähigkeit eingebüsst hat Grossbritannien, welches nunmehr auf Platz 13 liegt. Unter den europäischen Ländern deutlich nach hinten gerutscht sind auch Island (26. Rang), Spanien (33. Rang), Italien (48. Rang). Frankreich hat sich auf Platz 16 halten können.

China wettbewerbsfähigstes Schwellenland

Unter den osteuropäischen Ländern, welche seit der Jahrtausendwende zur EU gestossen sind, nimmt Tschechien auf dem 31. Rang die Spitzenposition ein.

Von den grossen aufstrebenden Schwellenländern (emerging markets) hat China auf dem 29. Platz am Besten abgeschlossen. Indien rangiert auf Platz 49, und Brasilien auf Platz 56 hat erstmals Russland überholt, welches von Platz 51 auf 63 zurückgefallen ist.

Die Rangliste des WEF basiert einerseits auf statistischen Daten, anderseits auf einer Meinungsumfrage, welche das WEF zusammen mit zahlreichen Forschungsinstituten bei über 13 000 Wirtschaftsführern aus 133 Ländern durchführt. (sda)

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