Merkel in Bern: «Die Schweiz ist ein enger Freund»
Aktualisiert

Merkel in Bern«Die Schweiz ist ein enger Freund»

Angela Merkel nimmt den Ehrendoktor der Uni Bern entgegen. Sie äussert sich dabei zur Beziehung Deutschland-Schweiz und zur Sicherheitslage in Europa.

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ofi
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Von der Universität Bern hat Angela Merkel einen Ehrendoktortitel verliehen bekommen. Die Bundeskanzlerin sprach anschliessend in einer Rede und einer Fragerunde über die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland sowie der EU und über die aktuelle europäische Politik zu Flüchtlingsfragen, Terrorismus, Fremdenhass und Griechenland.

Von der Universität Bern hat Angela Merkel einen Ehrendoktortitel verliehen bekommen. Die Bundeskanzlerin sprach anschliessend in einer Rede und einer Fragerunde über die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland sowie der EU und über die aktuelle europäische Politik zu Flüchtlingsfragen, Terrorismus, Fremdenhass und Griechenland.

AFP/Fabrice Coffrini
200 Schaulustige wollten Angela Merkel in Bern sehen: Die Kanzlerin posiert für ein Selfie. (3.9.2015)

200 Schaulustige wollten Angela Merkel in Bern sehen: Die Kanzlerin posiert für ein Selfie. (3.9.2015)

epa/Peter Schneider / Pool
Die Kanzlerin gibt sich volksnah: Merkel schüttelt den Passanten in Bern die Hand. (3.9.2015)

Die Kanzlerin gibt sich volksnah: Merkel schüttelt den Passanten in Bern die Hand. (3.9.2015)

AFP/Fabrice Coffrini

2009 hatte die Universität Bern der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel den Ehrendoktortitel verliehen. Heute, sechs Jahre später, hat sie ihn endlich in Empfang genommen. Das habe aber auch sein Gutes, meinte Rektor Martin Täuber in seiner Rede. «Die vergangenen Jahre haben eindrücklich gezeigt, dass der Entscheid der Uni Bern auch aus heutiger Sicht mehr als berechtigt war.» Zudem entspreche es durchaus dem Berner Gemüt, dass die Dinge eben ihre Zeit bräuchten.

Danach würdigte er in seiner Laudatio die zahlreichen Verdienste und Engagements der Kanzlerin, nicht zuletzt für die Wissenschaft und den Klimaschutz. Merkel ihrerseits bedankte sich artig für den «herzlichen Empfang, die freundlichen Worte und die Auszeichung». In ihrer Dankesrede griff sie aktuelle Themen wie die Ukraine-Krise auf – und lobte die Rolle der Schweiz im Rahmen der OECD-Mission –, sprach über den IS und die Situation im Nahen Osten und liess natürlich auch die Flüchtlingskrise nicht aussen vor. Zudem verwies sie auf die guten, engen und wichtigen Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland: «Die Schweiz ist ein enger Freund.»

Dreimal weckt und zeigt Merkel Emotionen

Lacher erntete Merkel für einen Seitenhieb auf die Gespräche um die Personenfreizügigkeit. «Mit der Schweiz besteht bilateral eine hervorragende Zusammenarbeit. Trotz einiger Probleme, die es noch zu lösen gilt. Aber wir müssen ja auch für irgendetwas da sein als Politiker.»

In der abschliessenden Fragerunde zeigte sich Merkel mehrheitlich von ihrer trocken-nüchternen Seite. Immerhin, zweimal blitzte dann doch die Angela hinter Kanzlerin Merkel auf –einmal, als sie auf ihre Aussage über das «flexible Deutschland» angesprochen wurde, und dann, als sie über temporäre Brandschutzvorschriften in Kasernen, komplizierte Vorschriften für Schwertransporte und Bussen verteilende Polizisten referierte, da war ihr der Unmut über solche bürokratischen Hindernisse anzuhören.

Und noch einmal stieg der merkelsche Puls bei der Abschlussfrage, wie sie Europa vor der fortschreitenden Islamisierung zu schützen gedenke. «Wenn vier Millionen Muslime in Deutschland leben, muss man sich doch nicht mehr fragen, ob der Islam zu Deutschland gehöre», meinte sie sichtlich enerviert. Europa täte gut daran, sich auf seine eigene Geschichte zu besinnen. «Wir können uns doch nicht beschweren, dass Muslime den Koran besser kennen als wir die Bibel.»

Der Live-Ticker zum Nachlesen.

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